Die Aktie fiel am Tag der Bekanntgabe um bis zu 6 %, denn die überraschend hohen Rückstellungen wogen schwerer als das moderate Umsatzwachstum . Analysten von Deutscher Bank und JPMorgan nannten die Risikovorsorge den entscheidenden negativen Überraschungseffekt .
Die Haltung der Commerzbank zu einer möglichen Fusion mit UniCredit entwickelte sich über zwei Jahre hinweg dramatisch – von entschiedenem Widerstand bis hin zu aktiver Kooperation.
UniCredit überraschte die Märkte am 11. September 2024 mit der Mitteilung, einen 9-Prozent-Anteil an der Commerzbank aufgebaut zu haben – die Hälfte davon hatte die Italienerin für 702 Mio. Euro vom deutschen Staat erworben . Unicredit-Chef Andrea Orcel suchte das Gespräch über eine Fusion . Die damals noch mit 16,49 % beteiligte Bundesregierung verurteilte diesen Schritt; Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einem „unfreundlichen Angriff“ . Das Management der Commerzbank wies die Avancen zunächst zurück .
Gegen Ende September entspannte sich der Ton. Die damalige CFO (und spätere CEO) Bettina Orlopp signalisierte auf einer Londoner Konferenz die Bereitschaft, mit UniCredit „Perspektiven auszutauschen“ . Der Bund pausierte seinen Aktienverkauf und behielt eine 12-Prozent-Beteiligung, um eine feindliche Übernahme zu verhindern .
UniCredit baute ihre Position kontinuierlich aus. Bis September 2024 war sie über Derivate auf 21 % gewachsen und beantragte bei der EZB eine Aufstockung auf 29,9 % . Im Dezember 2024 steigerte sie ihren Anteil mit weiteren Finanzinstrumenten auf 28 % . Im März 2026 startete UniCredit ein öffentliches Kaufangebot, um die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten, betonte aber, keine Kontrolle anstreben zu wollen .
Am 8. Juli 2026 gab UniCredit bekannt, sie habe 47,6 % der Commerzbank-Aktien gesichert – knapp unter der absoluten Kontrollmehrheit . Die nun noch 12 % haltende Bundesregierung ließ unter Bundeskanzler Friedrich Merz verlauten, sie werde die Übernahme nicht blockieren . Am 31. Juli 2026 rief CEO Bettina Orlopp zu einem „konstruktiven Dialog“ auf; formelle Gespräche begannen . Am 6. August 2026 erklärte die Commerzbank ausdrücklich, sie sei gesprächsbereit .
Die Commerzbank präsentierte ihre Q2-2026-Zahlen am 6. August 2026 – pünktlich zum Start der Übernahmegespräche. Der Nettogewinn schnellte um 94 % auf 898 Mio. Euro nach oben (Vorjahr: 462 Mio. Euro) und übertraf damit die Analystenerwartungen von 845 Mio. Euro deutlich . Treiber war das starke Kreditgeschäft sowie ein um 7,2 % gestiegener Provisionsüberschuss von 1,08 Mrd. Euro . Das Institut kündigte zugleich ein 1,2 Mrd. Euro schweres Aktienrückkaufprogramm an und rechnet für 2026 mit Kapitalrückflüssen von insgesamt rund 3,2 Mrd. Euro . In den ersten sechs Monaten 2026 erzielte die Commerzbank einen Rekordumsatz von 6,5 Mrd. Euro (plus 7 %) und einen Nettogewinn von 1,8 Mrd. Euro (plus 40 %) .
| Kennzahl | Q2 2024 | Q2 2025 | Q2 2026 |
|---|---|---|---|
| Nettogewinn | 538 Mio. € | 462 Mio. € | 898 Mio. € |
| Veränderung zum Vorjahr | −4,8 % | − | +94 % |
| Erlöse | 2,67 Mrd. € | 3,02 Mrd. € | ca. 3,3 Mrd. € (impliziert) |
| Nettozinsertrag | 2,08 Mrd. € | ca. 2,1 Mrd. € | ca. 2,06 Mrd. € |
Quellen: Pressemitteilungen der Commerzbank