Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am 29. Juli in Washington erörterten beide alle Optionen – von Diplomatie und Wirtschaftssanktionen bis hin zu militärischer Gewalt. Netanyahu sagte Trump jedoch nicht, dass Israel einen Angriff bevorzuge, was darauf hindeutet, dass Israel sich seine Handlungsfreiheit vorbehält . Israel soll nach Angaben aus Sicherheitskreisen zudem ursprünglich an einem inzwischen abgesagten US-Angriff Ende Juli beteiligt gewesen sein – ein Zeichen für die enge operative Koordination .
Seit Kriegsbeginn hat der Iran hunderte Raketen auf Israel abgefeuert. Allein in den 40 Tagen bis zum Waffenstillstand am 8. April waren es 650 Angriffe, die meisten mit Streumunition . Das israelische Gesundheitsministerium meldete in diesem Zeitraum 16 Todesopfer durch Raketen .
Einer der verheerendsten Einzelangriffe war der Abschuss einer iranischen ballistischen Rakete auf die Stadt Beit Shemesh am 1. März 2026, bei dem mindestens neun Menschen getötet wurden, darunter drei Teenager einer Familie, und 27 weitere verletzt wurden . Insgesamt (Stand März 2026) wurden etwa 69 Israelis getötet und über 9.100 verletzt; auf iranischer Seite schätzt man 3.400 bis über 6.000 Tote und 15.000 bis 26.500 Verletzte; 17 US-Soldaten kamen ums Leben, 548 wurden verwundet . Seit Ende Juli gab es keine größeren Raketenangriffe auf Israel mehr, aber die Waffenruhe gilt als äußerst fragil.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) führte eine Reihe täglicher Bombardements gegen iranische Militärziele durch. Bei einer Aktion am 7. Juli wurden über 80 Ziele getroffen, darunter Raketen- und Drohnenlager, Küstenüberwachungsstationen und Luftabwehrsysteme . Die Luftangriffe dauerten 12 Nächte in Folge bis zum 23. Juli an .
Der oberste US-Kommandeur für den Nahen Osten, Admiral Brad Cooper, sprach sich Ende Juli dafür aus, die Angriffe rund um die Straße von Hormuz zu stoppen, da sie ihre Wirksamkeit verloren hätten . Am 3. August behauptete Trump, er habe einen geplanten „größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg“ auf Iran abgesagt und die USA und Iran steuerten auf neue Verhandlungen zu – Teheran dementierte dies jedoch umgehend .
Katar spielt eine zentrale Rolle als Vermittler zwischen Washington und Teheran. Bereits am 22. Mai reiste eine katarische Delegation nach Teheran, um einen Rahmen für ein Abkommen auszuloten .
Die indirekten Gespräche verliefen bisher holprig. Ende Juni erklärte der Iran, man werde nicht direkt mit US-Unterhändlern sprechen. Beide Seiten lagen in zentralen Fragen wie der Begrenzung der Urananreicherung und der Kontrolle der Straße von Hormuz weit auseinander .
Am 4. und 5. August 2026 bestätigte Katar, dass die Vermittlung „andauere“ und ein Textentwurf für eine kurzfristige Konfliktlösung zwischen den Parteien zirkuliere. Man habe „positive Fortschritte“ erzielt . Allerdings widersprechen sich die USA und Iran öffentlich darüber, ob die Gespräche tatsächlich wieder aufgenommen wurden .
Die Straße von Hormuz bleibt ein gefährlicher Brennpunkt. Irans Angriffe haben den kommerziellen Schiffsverkehr dort weitgehend zum Erliegen gebracht. Die USA haben gezielt iranische Marinefähigkeiten in der Region attackiert . Ein US-Militärstützpunkt in Saudi-Arabien wurde am 8. Juni beschossen, was die geografische Ausweitung des Konflikts verdeutlicht .
Die grundlegende Pattsituation bleibt bestehen: Israel will um jeden Preis verhindern, dass Iran eine Atomwaffe entwickelt. Iran weigert sich, die Urananreicherung ohne Aufhebung der Sanktionen zu begrenzen. Die USA stecken in der Zwickmühle zwischen ihrer Rolle als Sicherheitsgarant Israels und dem Wunsch, einen langwierigen Krieg zu vermeiden. Sollte sich das derzeitige diplomatische Fenster schließen, droht eine Rückkehr zu schweren Gefechten .