Zwei konkurrierende Vorschläge liegen auf dem Tisch:
Die finanzielle Dimension: Iran verlangt Gebühren für die Passage von Schiffen, die zwischen Iran und Oman aufgeteilt werden sollen. Die genaue Aufteilung ist noch unklar. Omans Vorschlag sieht freiwillige Gebühren vor, Iran besteht auf Pflichtgebühren .
Weitere iranische Forderungen: Teheran stellt klar, dass die Wasserstraße „nie wieder zum Vorkriegsstatus zurückkehren“ werde, und knüpft eine Wiedereröffnung an umfassendere Sanktionserleichterungen und die Anerkennung seiner maritimen Autorität .
Die Rohölpreise fielen zunächst drastisch auf diplomatische Hoffnungen hin, blieben aber volatil.
Militärische Belastung: Die USA haben ihre Angriffe auf Iran wieder aufgenommen, nachdem es im Juni zu einer Eskalation gekommen war . Washington rief seine Verbündeten auf, bei der Wiedereröffnung der Wasserstraße zu helfen
. Der Konflikt war durch wechselseitige Angriffe geprägt; die USA verhängten Mitte Juli erneut eine Seeblockade, nachdem Iran Schiffe angegriffen hatte, die die Durchfahrt versuchten
.
Humanitäre Auswirkungen: Die kommerzielle Schifffahrt durch die Straße von Hormus ist seit Irans vollständiger Schließung im April 2026 massiv gestört. Es kam zu mehreren Angriffen auf Schiffe . Die Revolutionsgarde (IRGC) erklärte die Meerenge am 11. Juli „bis auf Weiteres“ für geschlossen, nachdem ein nicht autorisiertes Schiff angegriffen worden war
. Gestrandete Seeleute stellen ein wachsendes humanitäres Problem dar, auch wenn konkrete Zahlen in den verfügbaren Quellen nicht genannt wurden.
Europäische Minenräumhilfe: Iran hat sich grundsätzlich offen für europäische Hilfe bei der Minenräumung in der Meerenge gezeigt, aber es wurde noch keine formelle Vereinbarung getroffen. Dies bleibt ein sekundärer Gesprächsstrang neben dem iranisch-omanischen Rahmen.
Der diplomatische Prozess befindet sich an einem kritischen Wendepunkt: Iran und Oman haben bei einem technischen Rahmenwerk echte Fortschritte erzielt, aber die grundlegende Kluft zwischen Omans Modell mit freiwilligen Gebühren und gemeinsamer Verwaltung und Irans Forderung nach souveräner Kontrolle und Pflichtgebühren ist noch nicht überbrückt. Die USA sind öffentlich optimistisch, drohen aber weiterhin mit Militäraktionen, während Teheran betont, nicht direkt mit Washington zu verhandeln. Die Ölmärkte haben eine gewisse Hoffnung auf einen Deal eingepreist, aber Analysten betrachten eine endgültige Einigung als alles andere als sicher.