Der wichtigste konzernweite Gewinnhebel war der Wechselkurs. Der Yen lag bei rund 155 Yen je US-Dollar und damit deutlich schwächer als in Hondas früherer Annahme von 140 Yen je Dollar .
Für einen japanischen Konzern mit hohen Auslandserlösen bedeutet das: Gewinne aus dem internationalen Geschäft sind nach der Umrechnung in Yen mehr wert. Dieser Währungseffekt ließ Hondas Ergebnis deutlich steigen und war der wichtigste Grund für die angehobene Jahresprognose.
Besonders stark war die Erholung im Automobilgeschäft. Die Sparte erzielte einen operativen Gewinn von 192,1 Milliarden Yen, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 29,6 Milliarden Yen angefallen war .
Dazu trugen vor allem die robuste Nachfrage nach Hybridfahrzeugen in den USA, der Wegfall beziehungsweise die geringere Belastung durch die zuvor ergebnisdrückenden US-Autozölle von 25 Prozent sowie der positive Währungseffekt bei .
Bemerkenswert ist der Umschwung, weil Honda gleichzeitig weniger Fahrzeuge verkaufte: Der weltweite Absatz sank um 4 Prozent, in China brachen die Verkäufe sogar um fast 50 Prozent ein. Dort verschärft der Wettbewerb durch lokale Hersteller von Elektrofahrzeugen den Druck .
Das Motorradgeschäft bleibt Hondas verlässlichster Ertragsbringer. Der operative Gewinn der Sparte erreichte im Quartal mit rund 189 Milliarden Yen einen Rekordwert .
Wachstum kam insbesondere aus Brasilien und Vietnam. Der Umsatz der Motorradsparte stieg im Jahresvergleich um 19,9 Prozent . Während das Autogeschäft stärker von Zöllen, Modellkosten und dem schwierigen chinesischen Markt beeinflusst wird, erwirtschaftet Honda mit Motorrädern weiterhin hohe Margen.
Auch Hondas Finanzsparte steuerte rund 85 Milliarden Yen zum operativen Gewinn bei . Das Geschäft mit Krediten und Leasing – vor allem in den USA und anderen internationalen Märkten – liefert relativ stetige Erträge.
Damit verfügt Honda neben Fahrzeugen und Motorrädern über eine zusätzliche Einnahmequelle, die Schwankungen im Absatzgeschäft teilweise abfedern kann.
Der Konzernumsatz kletterte um 13,5 Prozent auf 6,06 Billionen Yen . Der Anstieg beruhte jedoch nicht auf höheren Fahrzeugstückzahlen. Entscheidend waren vielmehr die günstige Währungsumrechnung und ein wertigerer Produktmix, unter anderem durch mehr Hybridmodelle und höherpreisige Fahrzeuge.
Honda musste mehrere Gegenwinde verkraften. Neben dem globalen Absatzminus und dem Einbruch in China belasteten höhere Materialkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg die Margen . Auch die Zollpolitik blieb ein Unsicherheitsfaktor.
Die positiven Währungseffekte, die Erholung der Autosparte sowie die starken Ergebnisse bei Motorrädern und Finanzdienstleistungen reichten jedoch aus, um diese Belastungen mehr als auszugleichen.
Honda begründete die Anhebung der Prognose im Wesentlichen mit drei Punkten:
Für das Gesamtjahr erwartet Honda außerdem einen Nettogewinn von 420 Milliarden Yen .
Unterm Strich: Der schwache Yen war der größte einzelne Treiber des Gewinnsprungs. Die entscheidende operative Grundlage lieferten jedoch die Rückkehr der Autosparte in die Gewinnzone und der Rekordgewinn bei Motorrädern. Ohne diese Verbesserungen hätte der Währungsvorteil allein weder den 76-prozentigen Ergebnistreffer noch die Anhebung der Jahresprognose um 30 Prozent ermöglicht.