Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, israelische Soldaten würden in Gaza bleiben, bis die Hamas entwaffnet und ihre Tunnel zerstört seien. Das von Israel kontrollierte Gebiet habe sich nach seinen Angaben auf 60 bis 70 Prozent des Gazastreifens ausgeweitet . Das israelische Militär erklärte, die Angriffe hätten Hamas-Mitglieder zum Ziel. Palästinensische Gesundheitsbehörden meldeten dagegen Schäden an Lagern für medizinische Güter und an ziviler Infrastruktur .
Der Gesandte des „Board of Peace“, Nikolay Mladenov, traf am 2. August in Israel ein, um über die Umsetzung der zweiten Phase des Friedensplans zu beraten . Am 3. August sprach er mit Netanyahu und dessen Team. Die Gespräche wurden als „konstruktiv und detailliert“ beschrieben; zugleich drängte Mladenov auf ein Ende der Angriffe .
Ägypten, Katar und die Türkei, die gemeinsam mit den USA an der Vermittlung beteiligt sind, verurteilten Israels jüngste Angriffe scharf. In einer gemeinsamen Erklärung warnten sie am 3. August, die fortgesetzten Angriffe würden die vereinbarte Roadmap untergraben . Besonders die Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Gesundheitsinfrastruktur bezeichneten die Vermittler als „eklatanten Verstoß“ gegen das Völkerrecht .
Ob vor der israelischen Parlamentswahl im Herbst noch ein entscheidender Durchbruch gelingt, wird von den Vermittlern allerdings skeptisch beurteilt . Kritiker sprechen angesichts der anhaltenden Gewalt bereits von einem gescheiterten Gremium .
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza waren bis zum 2. August seit dem 7. Oktober 2023 insgesamt 73.356 Palästinenser getötet und 174.185 verletzt worden . Seit dem im Oktober 2025 vereinbarten Waffenstillstand kamen demnach mindestens 1.230 weitere Tote hinzu .
Ein Lagebericht der britischen Regierung vom Juni bestätigte mehr als 70.000 palästinensische Todesopfer. Zugleich seien große Teile der Bevölkerung vertrieben und mit akuter Lebensmittelknappheit konfrontiert . Eine weitere Aktualisierung vom 4. August nannte bereits 73.377 Tote .
Die offiziell erfassten Zahlen könnten zudem zu niedrig liegen. Eine im Fachjournal The Lancet veröffentlichte, begutachtete Studie kam im Februar 2026 zu dem Ergebnis, dass in den ersten 16 Monaten des Konflikts mehr als 75.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten . Die unterschiedlichen Angaben spiegeln unter anderem die schwierigen Bedingungen bei der Erfassung von Opfern in einem Kriegsgebiet wider.
Israel wählt am 27. Oktober 2026 ein neues Parlament – zum ersten Mal seit den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 . Der Wahltermin liegt nur wenige Wochen nach dem Jahrestag der Angriffe und ist deshalb politisch besonders sensibel .
Für Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird die Abstimmung zur direkten Bewährungsprobe. Viele Wähler machen seine Regierung für die Sicherheitsversagen vor und während des 7. Oktober verantwortlich. Seine Aussichten auf einen Verbleib im Amt gelten als zunehmend unsicher .
In den letzten Sitzungstagen der Knesset, des israelischen Parlaments, brachte Netanyahus Koalition mehrere umstrittene Gesetzesvorhaben voran, um die Unterstützung ihrer Partner zu sichern . Gleichzeitig wird die Regierung durch weitere Konflikte belastet: Der Krieg mit Iran ist ungelöst, Hamas und Hisbollah sind nicht besiegt, und das Verhältnis zu Trump hat sich verschlechtert. Trump warf Netanyahu öffentlich „Insubordination“, also Ungehorsam gegenüber den politischen Vorgaben Washingtons, vor .
Die Opposition hält zudem an ihrer Position fest, keine Koalition mit Netanyahu zu bilden. Begründet wird dies mit seinem Umgang mit dem Krieg und den Sicherheitsversagen . Damit entscheidet die Wahl nicht nur über die künftige Regierung Israels, sondern auch darüber, ob Netanyahu seine politische Karriere fortsetzen kann – während die Gewalt in Gaza weitergeht.