Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hält ein EU weites Verbot der Ray Ban Meta Smart Glasses für rechtlich möglich, da die Aufnahme LED zu schwach sei und Umstehende nicht ausreichend warne. Die Stadt Potsdam hat die Brillen in öffentlichen Schwimmbädern und Saunen verboten, nachdem junge Frauen von Fr...

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Metas Ray-Ban Smart Glasses – eine Brille mit integrierter Kamera, Mikrofon und KI, die kaum von einer normalen Sonnenbrille zu unterscheiden ist – sollten das nächste große Wearable werden. Stattdessen sind sie zum Zentrum einer wachsenden Datenschutzkrise in Europa geworden: Deutsche Regulierungsbehörden fordern ein Verbot, die Polizei ermittelt in mehreren Ländern, und besorgte Bürger greifen zu einer App, die die Brillen via Bluetooth aufspürt.
Hier ein detaillierter Blick auf die Vorfälle, die Sicherheitslücken und die regulatorischen Reaktionen.
Thomas Fuchs, der Datenschutzbeauftragte der Hansestadt Hamburg und Metas federführender Aufseher in Deutschland, hat die Brille persönlich getestet. Sein Fazit: Die winzige weiße LED, die anzeigen soll, wann die Kamera läuft, ist im Alltag viel zu schwach und leicht zu übersehen . Fuchs stellte fest, dass das heimliche Filmen von Passanten in der Öffentlichkeit gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstößt. Ein komplettes Verbot der Brille – in Deutschland und möglicherweise der gesamten EU – sei rechtlich möglich. Er steht bereits im Austausch mit der irischen Datenschutzkommission (DPC), die Metas Hauptaufsichtsbehörde in der EU ist, eine Einigung gibt es jedoch noch nicht
.
Auch die deutsche Digitalrechtsorganisation HateAid fordert ein Verbot und warnt, dass die Technik digitale Gewalt befördere . Frankreichs Datenschutzbehörde CNIL hatte bereits im Mai 2026 eine Warnung ausgesprochen, dass die Brillen ein „erhebliches Risiko“ darstellten, indem sie Überwachung normalisierten
. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) bereitet zudem einen Bericht zu Smart Glasses vor, der bis Ende Sommer 2026 erwartet wird
.
Im Juni 2026 verhängte die Stadt Potsdam ein Verbot von Smart Glasses mit Kameras und Mikrofonen in ihren öffentlichen Schwimmbädern und Saunen. Grund waren Beschwerden junger Frauen, die von fremden Männern mit einer Meta-Brille in einem städtischen Bad heimlich gefilmt worden waren . Die Stadtverordnetenversammlung weitete das bestehende Foto- und Videoverbot explizit auf die Datenbrillen aus. In der Begründung hieß es, diese Geräte ermöglichten die „unauffällige Anfertigung von Bild- und Videoaufnahmen, ohne dass betroffene Personen dies unmittelbar erkennen können“
.
Die schottische Polizei (Police Scotland) ermittelt aktiv gegen den TikToker Scott Margerison (online bekannt als „E Dobbin“). Der 42-Jährige aus Rochdale soll auf einer Schottland-Reise Ende Juni und Anfang Juli 2026 mit einer Meta-Brille systematisch Passanten, Ladenangestellte und Fährpersonal gefilmt haben – ohne deren Einwilligung. Das hochgeladene Material enthielt unter anderem sexualisierte Kommentare über junge Frauen, aggressive Interaktionen mit Fremden und einen heimlich gefilmten Rundgang über die Brücke einer CalMac-Fähre, woraufhin die Reederei die beliebten Besichtigungstouren vorerst aussetzte . Meta hat Margerisons Accounts gesperrt und teilte mit, man untersuche die Nutzung der Brille durch ihn
.
Dies ist kein Einzelfall. Ein im Januar 2026 von der BBC berichteter Fall zeigt, wie schwer die Rechtsdurchsetzung sein kann: Eine Frau namens Oonagh erstattete Anzeige, nachdem sie mit einer Smart Glass heimlich gefilmt worden war. Die Polizei in Sussex teilte ihr jedoch mit, dass das Filmen im öffentlichen Raum in Großbritannien nicht grundsätzlich illegal sei .
Meta führte im Juli 2026 ein Pflicht-Software-Update ein, das die Kamera deaktiviert, wenn die Brille eine physische Manipulation der Aufnahme-LED erkennt (z. B. wenn sie aufgebohrt oder zerstört wird) . Dieser Schritt sollte eine Sicherheitslücke schließen, die Modder ausgenutzt hatten, die für 50 bis 100 Dollar anboten, die LED physisch zu zerstören und so einen unerkannten „Stealth-Modus“ zu schaffen
.
Doch der Schutz ist löchrig. Ein Test des Technikportals Engadget vom 31. Juli 2026 zeigte, dass sich die Vorsichtsmaßnahme mit einem simplen 2-Dollar-Aufkleber über der LED aushebeln lässt . Diese Sticker werden auf Plattformen wie TikTok Shop für umgerechnet 15 Dollar pro Bogen als „Privacy-Zubehör“ verkauft
. Entscheidend ist: Sie lösen Metas Manipulationserkennung nicht aus, da sie die LED nicht physisch zerstören – sie lassen nur genug Streulicht durch, um den Sensor zu täuschen
. Kritiker bemängeln, dass Metas Maßnahme nur die Zerstörung, nicht aber die weitaus einfachere optische Blockade adressiert.
Eine iPhone-App für 2,99 Euro namens AntiZuck Smart Glasses Scanner (entwickelt von Albert Pariente Cohen) ist zu einem Werkzeug der Bürgerschutz-Bewegung geworden. Die App scannt die Umgebung nach Bluetooth-Signalen, die von Smart Glasses ausgesendet werden – darunter Meta Ray-Bans, Snap Spectacles, Amazon Echo Frames und RayNeo-Brillen – und schlägt Alarm, wenn ein Gerät in der Nähe ist . Gefundene Geräte werden auf einem radargleichen Bildschirm angezeigt, inklusive ungefährer Entfernung und einer Wahrscheinlichkeitsangabe. Die App kann auch Benachrichtigungen senden, wenn sie im Hintergrund läuft
. Der Erfolg zeigt die öffentliche Besorgnis: Die App kletterte auf Platz 3 der bezahlten App-Charts in den USA
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Die Durchsetzung des Datenschutzes in der EU folgt dem sogenannten „One-Stop-Shop“-Prinzip der DSGVO. Das bedeutet, dass die irische Datenschutzkommission die federführende Aufsicht für Meta ist. Der Vorstoß aus Deutschland, die Brille zu verbieten, offenbart die Spannungen zwischen den nationalen Datenschutzbehörden und dem irischen System, dem Kritiker vorwerfen, zu langsam zu handeln . Erste Bedenken europäischer Aufsichtsbehörden gab es bereits 2021, als Italien und Irland von Meta Klarstellungen zu lokalen Datenschutzregeln forderten
. Die irische DPC hatte damals infrage gestellt, ob eine winzige LED ausreiche, um Menschen über eine Aufnahme zu informieren, woraufhin Meta die Anzeige vergrößerte
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Wie die Rechtslage ist, hängt stark vom Land ab. In Deutschland ist das Fotografieren und Filmen von Fremden ohne Einwilligung grundsätzlich verboten, aber die Beweislast liegt oft beim Opfer . Im Vereinigten Königreich ist das Filmen in der Öffentlichkeit dagegen grundsätzlich legal – es sei denn, es handelt sich um Belästigung oder Stalking
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Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hält ein EU weites Verbot der Ray Ban Meta Smart Glasses für rechtlich möglich, da die Aufnahme LED zu schwach sei und Umstehende nicht ausreichend warne.
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hält ein EU weites Verbot der Ray Ban Meta Smart Glasses für rechtlich möglich, da die Aufnahme LED zu schwach sei und Umstehende nicht ausreichend warne. Die Stadt Potsdam hat die Brillen in öffentlichen Schwimmbädern und Saunen verboten, nachdem junge Frauen von Fremden heimlich gefilmt wurden.
Polizei Schottland ermittelt gegen TikToker Scott Margerison, der mit der Brille in Schottland Frauen und Passanten ohne deren Wissen filmte und die Aufnahmen online stellte.