Aus den späteren regulatorischen Unterlagen ergibt sich folgende Eigentümerstruktur: Der PIF kontrolliert 93,4 Prozent der EA-Anteile. Auf Affinity Partners entfallen 1,1 Prozent; Silver Lake und das Management halten zusammen die übrigen 5,5 Prozent .
Der PIF war bereits vor der Übernahme an EA beteiligt. Statt seine bestehende Beteiligung von 9,9 Prozent zu verkaufen, brachte der Staatsfonds sie in die neue Transaktion ein. Dieses sogenannte „Rollover“ verringerte den zusätzlichen Eigenkapitalbedarf des Konsortiums .
Die Aktionäre erhielten 210 Dollar je EA-Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 25 Prozent auf den unbeeinflussten EA-Schlusskurs von 168,32 Dollar, bevor Übernahmegerüchte den Aktienkurs beeinflussten . Der gesamte Unternehmenswert lag bei etwa 55 Milliarden Dollar .
Rund 36 Milliarden Dollar steuerte das Konsortium als Eigenkapital bei. Der verbleibende Betrag wurde über Kredite und Anleihen finanziert .
Die Finanzierung machte den Deal nicht nur zum größten LBO aller Zeiten, sondern auch zu einem der umfangreichsten einzelnen Schuldenpakete im Leveraged-Finance-Markt. Insgesamt wurden etwa 20 Milliarden Dollar an Fremdfinanzierung zugesagt. Das entspricht beim Abschluss einer Bruttoverschuldung von ungefähr dem Sechsfachen des entsprechenden Ergebnisses von EA . JPMorgan Chase fungierte als alleiniger federführender Arrangeur .
Zu den wichtigsten Bausteinen gehörten:
Die Anleihen stießen auf eine Nachfrage von insgesamt mehr als 45 Milliarden Dollar. Das deutet auf ein starkes Interesse der Anleger an hochverzinslichen Papieren hin, obwohl der Markt für stark fremdfinanzierte Übernahmen bereits Anzeichen von Anspannung zeigte . Auf der Kreditseite wurde der US-Terminkredit später auf 6,125 Milliarden Dollar aufgestockt; auch die europäischen Tranchen wurden vergrößert .
Der Deal musste mehrere Prüfungen durchlaufen – auch wegen der Beteiligung des saudischen Staatsfonds.
Am 3. August 2026 – nur einen Tag vor dem Abschluss – veröffentlichte EA seinen letzten Quartalsbericht als börsennotierte Gesellschaft . Das Bild war gemischt:
Im gesamten Geschäftsjahr 2026 erreichten die Net Bookings den Rekordwert von 8,026 Milliarden Dollar, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber waren vor allem der erfolgreiche Start von Battlefield 6 und das Wachstum des Live-Service-Geschäfts .
Nach Angaben von Reuters stand der schwächere Quartalswert bei den Buchungen auch im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Start von Grand Theft Auto VI von Rockstar Games und Take-Two Interactive. Der Titel dürfte in den folgenden Quartalen Spielzeit und Ausgaben von EAs Live-Service-Spielen abziehen .
Als privates Unternehmen muss EA seine Quartalsberichte nicht mehr nach den Regeln der SEC veröffentlichen. Damit entfällt ein Teil des kurzfristigen Drucks durch öffentliche Aktionäre und die Kapitalmärkte .
An der operativen Spitze ändert sich zunächst wenig:
Gleichzeitig lastet ein erheblicher Schuldendienst auf dem Unternehmen. Die rund 20 Milliarden Dollar Fremdkapital müssen vor allem aus den laufenden Einnahmen der großen Marken wie EA Sports FC, Madden, Battlefield 6 und anderen Live-Service-Spielen bedient werden . Branchenanalysten warnen deshalb, dass weniger Spielraum für neue Marken und langfristige Entwicklungsprojekte bleiben könnte. Auch weitere Kostensenkungen gelten als möglich .
Die Übernahme ist ein Kernstück der Gaming-Strategie Saudi-Arabiens im Rahmen von Vision 2030. Das Wirtschaftsprogramm soll die Abhängigkeit des Landes vom Öl verringern und neue Wachstumsfelder aufbauen.
Der saudische Staatsfonds PIF hat seine Aktivitäten im Spielebereich in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Seine Gaming-Tochter Savvy Games Group, deren Vorsitzender Kronprinz Mohammed bin Salman ist, kaufte unter anderem:
Darüber hinaus hält der PIF Beteiligungen an Nintendo, Take-Two Interactive, Activision Blizzard und weiteren Unternehmen der Branche . Saudi-Arabien war außerdem Gastgeber des Esports World Cup und soll 2027 die Olympic Esports Games ausrichten .
Mit einem Volumen von 55 Milliarden Dollar ist die EA-Übernahme nach Microsofts Kauf von Activision Blizzard für 69 Milliarden Dollar im Jahr 2023 die zweitgrößte Übernahme in der Geschichte der Spielebranche. Als fremdfinanzierter Unternehmenskauf ist sie jedoch der bislang größte LBO überhaupt .
Damit steht EA vor einem neuen Kapitel: Die Spielemarken bleiben dieselben, doch Eigentümerstruktur, finanzieller Druck und strategischer Handlungsspielraum haben sich grundlegend verändert.