Die Financial Times hatte zuerst über die möglichen Gespräche berichtet. Reuters bestätigte anschließend, dass AstraZeneca und BMS über einen möglichen Zusammenschluss gesprochen haben . Eine verbindliche Vereinbarung gab es jedoch nicht.
Sollte es zu einer Transaktion kommen, könnte der kombinierte Konzern mit fast 400 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 300 Milliarden Pfund – bewertet werden. Damit wäre es einer der größten Pharmadeals der Geschichte; nach Börsenwert entstünde der weltweit viertgrößte Arzneimittelhersteller .
Die AstraZeneca-Aktie lag im weiteren Handelsverlauf etwa 6 bis 7 Prozent im Minus und war damit der größte Verlierer im britischen Leitindex FTSE 100. Der Index selbst gab lediglich rund 0,1 Prozent nach . Laut Wall Street Journal hätte der Verlust bei einem entsprechenden Schlussstand den größten Tagesrückgang der Aktie seit dem Tag der US-Präsidentschaftswahl 2024 bedeutet .
Die Verhandlungen befanden sich nach übereinstimmenden Berichten in einer frühen, vorläufigen Phase. Keine der beiden Firmen bestätigte offiziell, dass es Gespräche gibt. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab beziehungsweise verwiesen darauf, Gerüchte und Spekulationen grundsätzlich nicht zu kommentieren .
Einige Berichte beschrieben das mögliche Geschäft als Übernahme von BMS durch AstraZeneca . Die genaue Struktur – etwa der Anteil von Barzahlung und Aktien – war zunächst nicht bekannt.
Anleger reagierten auf die Berichte mit deutlicher Ablehnung. Reuters zufolge zweifelten sie an der Logik des möglichen Zusammenschlusses . Bloomberg wertete den Kursrutsch als „klare Botschaft“ des Marktes: Die Investoren hätten wenig Gefallen an der Idee gefunden . Bei CNBC wurden Analysten als „perplexed“, also ratlos, beschrieben .
„Eine Kombination mit Bristol ergibt strategisch oder finanziell keinen Sinn“, sagte der Fondsmanager Markus Manns gegenüber Reuters . Russ Mould, Investmentdirektor beim britischen Finanzdienstleister AJ Bell, sprach angesichts der Dimension des Geschäfts von verständlicher Vorsicht. Großtransaktionen dieser Größenordnung scheiterten häufig an der Integration und an unterschiedlichen Unternehmenskulturen .
Die Aktie von Bristol Myers Squibb legte zum Handelsauftakt dagegen um etwa 0,69 Prozent zu . Das passt zu der in einigen Berichten genannten Möglichkeit, dass AstraZeneca als Käufer auftreten würde: BMS wäre in diesem Fall das übernommene Unternehmen und könnte eine Übernahmeprämie erhalten.
Der britische Leitindex wurde durch den AstraZeneca-Rutsch nur begrenzt belastet. Der FTSE 100 verlor rund 0,1 Prozent, weil Kursbewegungen in anderen Branchen den Einbruch teilweise ausglichen .
Beide Unternehmen verfügen über umfangreiche Onkologie-Portfolios. Ein Zusammenschluss würde daher zwei große Anbieter von Krebsmedikamenten und entsprechende Forschungsprogramme zusammenführen. Das könnte die erwarteten Vorteile einer breiteren Aufstellung begrenzen und zugleich erhebliche kartellrechtliche Risiken schaffen .
Überschneidungen bei zugelassenen Medikamenten, Wirkstoffkandidaten und Marktanteilen könnten dazu führen, dass einzelne Produkte oder Programme verkauft werden müssten. Konkrete Auflagen sind zu diesem frühen Zeitpunkt allerdings nicht bekannt.
Ein Deal im Wert von fast 400 Milliarden US-Dollar wäre selbst für die Pharmabranche außergewöhnlich groß. Die Zusammenführung von Forschung, Produktion, Vertrieb und Unternehmenskulturen wäre entsprechend komplex. Anleger fürchten, dass Kosten, Verzögerungen und Reibungsverluste mögliche Synergien zunächst überwiegen könnten .
AstraZeneca gilt bereits als stark aufgestellter eigenständiger Pharmakonzern. Deshalb fragten sich Investoren und Analysten, warum das Unternehmen eine derart weitreichende und riskante Übernahme benötigen sollte. Der von Reuters zitierte Markus Manns sah keinen klaren strategischen oder finanziellen Sinn in einer Kombination .
Da es noch kein formelles Angebot und keine behördlichen Anträge gab, existierte am 3. August 2026 auch kein offizieller Prüfungszeitplan . Sollte aus den Gesprächen jedoch ein konkretes Geschäft werden, wären mehrere Prüfungen wahrscheinlich:
Diese Punkte bedeuten nicht, dass eine Transaktion unmöglich wäre. Sie zeigen jedoch, warum ein späteres verbindliches Angebot ein langwieriges und besonders anspruchsvolles Genehmigungsverfahren auslösen könnte.
Stand 3. August 2026 waren die Gespräche nicht über die vorläufige Phase hinausgekommen. Weder war ein Deal angekündigt noch hatten die Unternehmen die Verhandlungen offiziell bestätigt. Der nächste entscheidende Schritt wäre daher zunächst, ob AstraZenecas Führung einen belastbaren strategischen und finanziellen Plan vorlegen kann – und ob sich damit die Skepsis der Anleger zerstreuen lässt.
Der erste Marktimpuls fiel eindeutig aus: Eine fast 400 Milliarden Dollar schwere Kombination zweier stark auf die Onkologie fokussierter Pharmakonzerne stößt auf erhebliche Bedenken. Für AstraZeneca bedeutet das, dass ein möglicher Deal nicht nur finanziell gewaltig, sondern auch politisch, regulatorisch und operativ ein Kraftakt wäre.