Am weitesten ist Ant International. Die in Singapur ansässige Einheit für internationale digitale Zahlungen und Finanztechnologie hat am 21. Juli 2026 eine Serie-A-Finanzierung über rund 1,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen . An der privaten Kapitalrunde beteiligten sich neben Ant Group und Alibaba Group auch mehrere internationale institutionelle Investoren. Wie viel die einzelnen Geldgeber investierten, wurde nicht veröffentlicht .
Berichten zufolge lag die Bewertung von Ant International vor der Kapitalzufuhr bei rund 10 Milliarden US-Dollar . Das Unternehmen will die Mittel nutzen, um sein Geschäft mit grenzüberschreitenden Zahlungen, darunter Alipay+, sowie KI-gestützten Handelslösungen und Finanzdienstleistungen für Unternehmen auszubauen . Zum Portfolio gehören unter anderem Alipay+, Antom, WorldFirst und Bettr.
Medienberichte deuten zudem darauf hin, dass Ant International auf einen möglichen Börsengang in Hongkong noch im Jahr 2026 zusteuert . Der Zeitpunkt ist allerdings nicht offiziell bestätigt. Als Größenordnung für das Geschäft: Die internationale Einheit erzielte 2024, noch vor der Abspaltung, nahezu 3 Milliarden US-Dollar Umsatz .
Auch Ant Digital Technologies bringt sich für den Kapitalmarkt in Stellung. Chinesischen Finanzmedien zufolge bereitet das Unternehmen eine Finanzierungsrunde im Vorfeld eines geplanten Börsengangs vor .
Weder die angestrebte Summe noch die Bewertung, der Zeitplan oder der mögliche Börsenplatz wurden öffentlich bekannt gegeben . Eine abgeschlossene Finanzierungsrunde ist bislang nicht bestätigt. Die Berichte sprechen vielmehr davon, dass sich das Unternehmen aktiv auf eine solche Transaktion vorbereitet .
OceanBase, die auf Unternehmensdatenbanken spezialisierte Ausgründung von Ant Group, soll 2026 ebenfalls eine Pre-IPO-Finanzierungsrunde anstreben . Auch hier fehlen bislang Angaben zu Volumen, Bewertung und Zeitplan .
OceanBase arbeitet mit eigenem Verwaltungsrat unabhängig und entwickelt Datenbanklösungen für Unternehmen. Dabei tritt die Einheit im chinesischen Markt gegen etablierte Anbieter wie Oracle und andere Wettbewerber an.
Die Neuordnung schafft für jedes der drei Geschäfte mehr Spielraum bei Finanzierung, Regulierung und strategischer Ausrichtung. Ant International hat diesen Spielraum bislang am sichtbarsten genutzt und bereits eine große, öffentlich angekündigte Kapitalrunde abgeschlossen. Ant Digital Technologies und OceanBase befinden sich dagegen noch in der Vorbereitungsphase.
Für Ant Group ist die Strategie auch vor dem Hintergrund des gescheiterten Börsenstarts von Bedeutung: Der geplante Börsengang der von Jack Ma gegründeten Fintech-Gruppe im Volumen von 37 Milliarden US-Dollar wurde 2020 während einer regulatorischen Offensive ausgesetzt . Durch die Verselbstständigung einzelner Geschäftsbereiche kann die Gruppe nun versuchen, diese Einheiten getrennt und mit jeweils passender regulatorischer Strategie an den Kapitalmarkt zu führen.
Wichtig ist dabei die Bezeichnung: In Berichten zur Umstrukturierung wird als dritte unabhängige Einheit neben Ant International und Ant Digital Technologies OceanBase genannt. „Ant Shared Technologies“ erscheint in den maßgeblichen Berichten nicht als eigener Name dieser Ausgründung .