Im März folgten weitere Entlassungen in Reality Labs sowie in anderen Unternehmensbereichen. Im Mai kündigte Meta zudem einen konzernweiten Abbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen an, der mit der Finanzierung des KI-Ausbaus begründet wurde.
Auch bei den Produkten wird der Kurswechsel sichtbar. Meta beendet Horizon Worlds auf Quest-VR-Headsets am 15. Juni 2026. Die Plattform bleibt lediglich als mobile Version bestehen.
Horizon Worlds war eines der sichtbarsten Projekte von Metas früherer Metaverse-Strategie. Dass der Dienst nicht vollständig verschwindet, sondern von der VR-Plattform auf Mobilgeräte verlagert wird, unterstreicht dennoch die geringere Bedeutung, die Meta dem VR-Metaverse inzwischen beimisst.
Im Gegensatz zu einem VR-Headset müssen smarte Brillen nicht erst für jede Nutzung aufgesetzt werden. Sie können Kameras, Sprachassistenten und KI-Funktionen in ein Alltagsprodukt integrieren. Meta setzt deshalb stärker auf Modelle wie die Ray-Ban Meta und auf die Verbindung von Wearables mit seinen KI-Diensten. Berichte über die Umstrukturierung beschreiben diesen Schritt als bewusste Abkehr von VR-Gaming und dem frühen Metaverse-Konzept zugunsten von Wearables.
CEO Mark Zuckerberg stellte die Bedeutung der künstlichen Intelligenz für Metas nächste Produktgeneration ebenfalls heraus. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen Investitionen von 130 bis 145 Milliarden US-Dollar, wobei der Schwerpunkt auf KI-Infrastruktur und Rechenzentren liegt.
Reality Labs nahm im Quartal 431 Millionen US-Dollar ein, verbuchte aber einen operativen Verlust von 4,62 Milliarden US-Dollar. Der Verlust war damit mehr als zehnmal so hoch wie der Umsatz. Das ist kein Beleg dafür, dass jedes einzelne Produkt der Sparte unrentabel ist – die Segmentzahlen umfassen verschiedene Hardware-, Software- und Wearables-Aktivitäten. Sie machen jedoch deutlich, wie stark die langfristigen Entwicklungs- und Infrastrukturkosten das Geschäft belasten.
Der Kurswechsel bedeutet nicht zwangsläufig, dass Meta VR vollständig aufgibt. Die aktuellen Maßnahmen zeigen aber, dass die ursprüngliche Vision eines breit angelegten Metaverse derzeit nicht mehr im Mittelpunkt steht. Statt großer Investitionen in VR-Spiele, Headsets und virtuelle soziale Welten richtet Meta seine Aufmerksamkeit zunehmend auf KI-Produkte, die sich leichter in den Alltag integrieren lassen – allen voran smarte Brillen.