Die Ursache: Der KI-Hunger verschlingt den Gewinn des Handys
Das Phänomen, das in Analystenkreisen „RAMageddon“ oder „Chipflation“ getauft wurde, hat eine klare Ursache: Die Explosion der DRAM- und NAND-Flash-Preise. KI-Rechenzentren verschlingen riesige Mengen an High-Bandwidth Memory (HBM) und Server-DRAM. Dies verknappt das globale Speicherangebot und treibt die Preise in die Höhe . Samsungs eigene, extrem profitable Chipsparte (Device Solutions) bedient lieber ihre margenstarken KI-Kunden anstatt der hauseigenen Handyabteilung günstige Konditionen zu gewähren
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Die Auswirkungen sind gravierend: Bei einem 800-Dollar-Smartphone hat sich der Kostenanteil für den Speicher Berichten zufolge verdoppelt . Die Chipsparte allein erzielte im Q2 2026 einen operativen Rekordgewinn von 89,2 Billionen Won – eine Steigerung um das 250-Fache – und verkaufte den Speicher zum Marktpreis an die eigene Mobilfunksparte
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Die Zahlen: Ein Konzern, zwei Welten
Samsungs operativer Gesamtgewinn stieg im Jahresvergleich um fast das 19-Fache auf einen Rekordwert. Die interne Schieflage ist extrem: Die Chipsparte hatte ihr bestes Quartal aller Zeiten, während die Handysparte ihr schlechtestes verbuchte .
Historischer Kontext: Jahrzehnte ohne Verlust
Samsungs Smartphone-Sparte hatte seit dem Start des Galaxy S im Jahr 2010 noch nie einen operativen Quartalsverlust erlitten. Weder die Verlangsamung 2014/15 (Marktanteilsverluste an chinesische Rivalen), die Note-7-Krise 2016 noch die Pandemie 2020/21 konnten diesen Negativrekord brechen . Die Serie endete im Q2 2026 – nicht wegen schwacher Verkäufe, sondern wegen einer beispiellosen internen Kostenexplosion, die durch den KI-Boom ausgelöst wurde
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Branchenweiter Druck
Die gesamte Mobilfunkbranche leidet unter der Margenkompression. Speicherhersteller (Samsung, SK Hynix, Micron) bauen fast ausschließlich Kapazitäten für HBM und Server-DRAM auf, was das Angebot für Consumer-DRAM und NAND verknappt . Apple und chinesische Hersteller (Xiaomi, Oppo, Vivo) stehen vor dem gleichen Problem. Samsung ist jedoch besonders verwundbar, da die eigene Chipsparte die Handysparte zu Marktpreisen beliefert und damit den Margendruck verdoppelt
. Hinzu kommt, dass chinesische Marken in den mittleren und Premiumsegmenten Marktanteile gewinnen und Samsungs Preissetzungsmacht schwächen
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Führungskrise um TM Roh
Der Chef der MX-Sparte, Roh Tae-moon (TM Roh), steht massiv unter Druck . In internen Protestmails stellen Mitarbeiter die hohen Boni für das Management (zig Milliarden Won) in Frage, während die Sparte ihren ersten Verlust einfährt
. Kritiker werfen Roh vor, die Speicherpreisexplosion nicht rechtzeitig erkannt und keine Maßnahmen ergriffen zu haben, etwa die Diversifizierung der Lieferkette oder Absicherungsgeschäfte
. Investoren und Analysten fordern seinen Rücktritt, zumal der Verlust trotz Rekord-Vorbestellungen für das Galaxy S26 eintrat
. Roh wird zudem vorgeworfen, beim Galaxy S26 nicht genug Hardware-Innovationen gebracht zu haben, was Preiserhöhungen zur Kompensation der Kosteninflation erschwert
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Ausblick und prognostizierte Verluste bis 2028
Die Aussichten sind nach Einschätzung von Samsung Securities (der konzerneigenen Brokerage-Tochter) und anderen Analysten düster :
Das Geschäft, das einst die wichtigste Gewinnmaschine von Samsung war, steckt in einer beispiellosen Talfahrt – angetrieben von der unersättlichen Nachfrage der KI-Industrie nach genau denselben Komponenten, die in jedem Galaxy-Smartphone stecken.