Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, übertraf die Analystenschätzungen in allen wichtigen Bereichen.
Das vierte Quartal krönte ein Rekordgeschäftsjahr für Microsoft.
Quartal im Vergleich zum Gesamtjahr: Das vierte Quartal war das mit Abstand stärkste des Geschäftsjahres, sowohl beim Umsatz (90 Milliarden Dollar im Quartal gegenüber rund 241 Milliarden Dollar in den drei vorangegangenen Quartalen zusammen) als auch beim Gewinn je Aktie (4,81 Dollar gegenüber einem Jahresschnitt von etwa 4,10 Dollar). Der Nettogewinn von 35,8 Milliarden Dollar ist deutlich durch die Einmaleffekte aus den Neubewertungen der KI-Beteiligungen erhöht . Die Aktie legte nach der Veröffentlichung im nachbörslichen Handel um mehr als 8 % zu .
Das Quartal offenbarte eine eklatante Wertverschiebung zwischen den beiden bekanntesten KI-Beteiligungen von Microsoft.
Nettoeffekt: Der Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar aus Anthropic überstieg die Abschreibung von rund 600 Millionen Dollar bei OpenAI bei weitem. Daraus ergibt sich im vierten Quartal allein ein positiver Netto-Swing von rund 2,6 Milliarden Dollar aus KI-Beteiligungen. Laut Constellation Research wurde der Nettogewinn saldiert um rund 2 Milliarden Dollar aus den beiden Investments gesteigert .
Die Quartalszahlen von Microsoft sind Teil eines viel größeren Wettrüstens der großen Hyperscaler. Die vier größten US-amerikanischen Hyperscaler – Microsoft, Amazon, Alphabet (Google) und Meta – planen für das Kalenderjahr 2026 gemeinsam Investitionsausgaben (Capex) von rund 710 bis 725 Milliarden Dollar. Das ist ein Anstieg um etwa 77 % gegenüber rund 410 Milliarden Dollar im Jahr 2025 . Rechnet man Oracle hinzu, übersteigt die Summe sogar 750 Milliarden Dollar .
Geschätzte Investitionsausgaben pro Unternehmen für 2026:
Wofür das Geld ausgegeben wird: Die überwältigende Mehrheit der Mehrausgaben fließt in die KI-Rechenzentrumsinfrastruktur – GPU-Cluster, Netzwerktechnik, neue Rechenzentren und Energieversorgung – um das Training und den Betrieb moderner KI-Modelle in großem Maßstab zu ermöglichen . Die Ausgaben von Microsoft in Höhe von rund 190 Milliarden Dollar bedeuten in etwa eine Verdopplung gegenüber rund 95 Milliarden Dollar im Jahr 2025 .
Microsofts Position im Rennen: Obwohl Microsoft bei den absoluten Investitionsausgaben leicht hinter Amazon liegt, zahlen sich die Ausgaben bereits aus. Das 43-prozentige Wachstum von Azure im vierten Quartal und der Meilenstein von über 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz sind die direkte Folge dieser Investitionen. Das Management stellte für das Geschäftsjahr 2027 ein weiteres zweistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht .
Spannungsfeld: Die massiven gemeinsamen Investitionen von 725 Milliarden Dollar sorgen heute für starkes Cloud-Wachstum. Doch die Anleger beobachten genau, ob sich die Renditen aus der KI-Infrastruktur so schnell einstellen wie die Ausgaben steigen. Das vierte Quartal von Microsoft – mit der Umsatzsteigerung, dem 32-prozentigen Gewinnwachstum und dem 3,2-Milliarden-Gewinn aus Anthropic – lieferte eine kurzfristige Bestätigung. Die Entwicklung der Investitionsausgaben bleibt jedoch die zentrale Debatte für den gesamten Sektor im weiteren Verlauf des Jahres 2026 .