Molekulare Spins, die Quantenzustände, die Sensorinformationen tragen, verlieren typischerweise in weniger als ~10 Mikrosekunden ihre Kohärenz – viel zu kurz für brauchbare Messungen . Das Waterloo-Team löste dieses Problem mit zwei Schlüsselinnovationen:
Eine modifizierte XYXY-Dipolar-Entkopplungssequenz. Diese neue Steuersequenz unterdrückt Elektron-Elektron-Dipolwechselwirkungen über einen breiten Bereich von Steuerfeldern und verlängert die Kohärenzzeit auf ~400 Mikrosekunden – rund 60-mal länger als mit Standard-Spin-Echo-Techniken im selben System . „Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die OX063-Spins lange genug kohärent zu halten, um sie als Sensoren nutzbar zu machen“, sagte Sahand Tabatabaei, Doktorand am IQC und Erstautor der Studie .
Nanodraht-basiertes mechanisches Auslesen. Anders als das optische Auslesen bei Diamant-NV-Zentrum-Sensoren erfasst die SQUINT-Plattform Quantensignale mechanisch. Die Nanodraht-Sonden sind 100 nm dick (etwa so groß wie ein Virus) und 20 Mikrometer lang (etwa der Durchmesser eines menschlichen Haares) . Dieser mechanische Detektionsansatz ist völlig neu für die Quantensensorik und ermöglicht es, den Sensor wesentlich näher an den Zielmolekülen zu platzieren, als es mit Diamantsensoren möglich ist .
Die Fähigkeit, ein Sensormolekül direkt neben ein Target zu platzieren – ohne in einem Kristallgitter wie bei Diamant-NV-Zentren eingeschlossen zu sein – verschafft Trityl-OX063 einen grundlegenden Nähevorteil . Die Forscher sehen mehrere vielversprechende Anwendungen:
Der SQUINT-Sensor kann bereits den magnetischen Zustand von etwa 10 Kernspins erfassen . Dr. Raffi Budakian, der die Forschung leitete, sagte, das Team habe einen klaren Weg zur Einzelspin-Empfindlichkeit – der entscheidende Schritt, um die Struktur einzelner Moleküle abzubilden . Die Arbeit ist ein praktischer Schritt, um Quantensensoren für biologische und medizinische Fragen nutzbar zu machen, die mit klassischen Techniken nicht zu beantworten sind.