Die Grundidee hinter CMv2 ist einfach, aber operativ gewaltig: Das Ethereum-Upgrade Pectra (mit EIP-7251) hat das maximale effektive Guthaben pro Validator von 32 ETH auf 2.048 ETH angehoben. Lido nutzt dies, um seine vielen kleinen Validatoren in weitaus weniger, dafür aber effizientere Einheiten zusammenzuführen .
CMv2 führt mehrere strukturelle Neuerungen für Lido ein:
Validatoren-Konsolidierung. Die rund 265.000 alten 32-ETH-Validatoren von Lido werden in neue Validatoren zusammengeführt, die jeweils bis zu 2.048 ETH halten können. Dadurch wird die Gesamtzahl der Ethereum-Validatoren von etwa 880.000 auf rund 628.000 sinken – eine Reduktion von rund 29 Prozent . Da weniger Validatoren pro Epoche Attestierungsnachrichten senden, sinkt die Last auf der Consensus-Layer entsprechend .
Sicherheitshinterlegungen (Bonds) für Betreiber. In den ersten fünf Jahren von Lido stützten sich die kuratierten Node-Operatoren auf ihren Ruf und ihre Erfolgsbilanz. CMv2 ändert dies: Alle 34 professionellen Betreiber müssen nun eine gesperrte Sicherheitshinterlegung in ETH, stETH oder wstETH leisten. Ein einzelner Bond deckt alle Validatoren eines Betreibers ab und kann im Rahmen eines neuen Sanktionssystems eingezogen werden – etwa bei Slashing-Ereignissen, umgeleiteten Belohnungen oder längerer Ausfallzeit .
Betreiber-Klassifizierung. Die Betreiber werden nun in Kategorien eingeteilt – darunter Dezentralisierungs-Betreiber, „Extra Effort“-Betreiber und „Public Good“-Betreiber (wie Ethereum-Client-Teams) – mit jeweils maßgeschneiderten Anreizen .
Geringe Auswirkungen auf Staker. Während des Migrationsfensters entgehen den Validatoren einige Belohnungen, bevor ihre Guthaben auf den neuen Validatoren landen. Lido beziffert diesen Effekt auf eine jährliche Reduktion der Protokollbelohnungen um rund 0,28 Prozent – bei aktuellen Ethereum-Staking-Renditen von etwa 3 bis 3,5 Prozent pro Jahr .
Kein Handlungsbedarf für Staker. Das gesamte Upgrade findet auf Protokollebene statt. Inhaber von stETH müssen nichts unternehmen .
Die Migration erfolgt in mehreren Phasen:
Die Inhaber von LDO-Token stimmten CMv2 am 23. Juli 2026 über die On-Chain-Abstimmung Nr. 203 zu, die die Vorschläge LIP-33 und LIP-35 bündelte. Die Verträge wurden am 7. Juli nach Audits durch Certora, Statemind, MixBytes und Composable Security auf dem Mainnet deployed .
Parallel zu CMv2 wurde im Rahmen desselben Lido Core-Releases das Community Staking Module v3 (CSMv3) gestartet . Das Update bringt zwei bemerkenswerte Neuerungen:
Das bestehende CSM sichert bereits über 770.000 gestakte ETH über schätzungsweise 335 aktive Betreiber und macht damit etwa 8,5 Prozent des gesamten gesperrten Werts (TVL) von Lido aus .
CMv2 und CSMv3 sind Teil einer breiteren Lido-Strategie, die über das reine Staking hinausgeht. Das Simple DVT Module wird abgewickelt: Seine 72 regulären Cluster wurden geschlossen, den Betreibern wurden Migrationspfade zum CSM angeboten .
Die Phase 2 von CMv2 – für das vierte Quartal 2026 anvisiert – wird individuelle Gebührenkurven, ein Bewertungssystem für leistungsschwache Betreiber und einen „Validator Marketplace“ für die Zuteilung von Einsätzen basierend auf Gebühren, Leistung und Dezentralisierungsbeitrag einführen .
All dies baut auf Lido V3 und den institutionellen stVaults auf, die Ende 2025 eingeführt wurden .