Fallende Ölpreise verbesserten die Makro-Lage. Die Rohölpreise gaben am Dienstag um weitere rund 1 % nach und erreichten ein Einwochentief. Auslöser war die Nachricht, dass die USA und der Iran ihre Militärschläge pausiert und „gute Gespräche“ aufgenommen haben. Dies weckte Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz für die Schifffahrt . Schon am Montag war der Brent-Rohölpreis um rund 7,5 % auf etwa 88 Dollar pro Barrel gefallen
. Niedrigere Energiekosten sind für die importabhängigen europäischen Volkswirtschaften und die Margen konsumnaher Unternehmen ein klarer Vorteil.
Asien trug die Hauptlast des Chip-Crashs. Der Ausverkauf bei Halbleiteraktien wurde durch einen Bericht ausgelöst, wonach ein chinesisches Staatsunternehmen mit der Massenproduktion von immersiven DUV-Lithografieanlagen begonnen hat. Dies schürte Ängste vor wachsender chinesischer Konkurrenz und weckte gleichzeitig Zweifel an der Rentabilität der massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) . Asiatische Chip-Giganten wie TSMC, Samsung und SK Hynix wurden schwer getroffen. Auch die ASML-Aktie (ADR) verlor 8,5 % und Nvidia 5 %
. Da der europäische Leitindex STOXX 600 jedoch zu weniger als 5 % aus Technologiewerten besteht, fiel der Schaden hier geringer aus
.
Zinsunsicherheit – ein gemischter Faktor. Steigende Wetten auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve belasteten global die Stimmung und besonders Wachstumsaktien . In Europa war der Effekt jedoch moderat, da fallende Ölpreise den Inflationsdruck etwas verringerten. Zudem hatten die europäischen Märkte bereits eine vorsichtigere Haltung der Zentralbanken eingepreist
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Sektorrotation half dem Markt. Angesichts des Drucks auf Technologieaktien rotierten europäische Anleger in Konsum-, Luxus- und defensive Werte. Die größten Gewinner waren der Index für Körperpflege- und Drogerieartikel sowie der Lebensmittel- und Getränkesektor .
Kurz gesagt: Die geringere Technologielast in Europa, ein starker Gewinntag von Konsumgiganten wie Unilever und der Rückenwind durch fallende Ölpreise erzeugten einen ausreichenden Puffer, um den Markt leicht steigen zu lassen, während Asien die volle Wucht des Ausverkaufs bei Halbleiter- und KI-Aktien abbekam.