Putins Position: Moskau drängt Jerewan zu einem nationalen Referendum, das die Armenier zwingen soll, sich zwischen einer EU-Integration und der fortgesetzten Mitgliedschaft in der von Russland geführten Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) zu entscheiden. Putin hatte Armenien zuvor gewarnt, dass es nicht gleichzeitig Mitglied beider Blöcke sein könne . Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte nach dem Telefonat fest, dass Pashinyan keinen Zeitrahmen für ein solches Referendum genannt habe .
Pashinyans Gegenposition: Pashinyan erklärte Putin gegenüber, dass ein Referendum über den EU-Beitritt erst nach der formellen Einreichung eines Beitrittsantrags bei der EU „praktisch möglich“ sei – nicht davor . Er wies Putins Darstellung einer „Scheidung“ von Russland zurück und beschrieb die Beziehungen stattdessen als in einer „Transformationsphase“ . Er betonte zudem, dass der europäische Integrationsprozess noch nicht die Stufe erreicht habe, die ein Referendum erforderlich mache .
Russland hat im Laufe des Jahres 2026 eine kaskadenartige Reihe von Handelsbeschränkungen gegen armenische Produkte verhängt, die allgemein als politisch motivierte Vergeltung für Jerewan pro-westlichen Kurs gewertet werden :
Die EU hat wirtschaftlich massiv reagiert, um Armenien zu unterstützen und dem russischen Druck entgegenzuwirken:
Kurz gesagt: Das Telefonat vom 27. Juli zeigte die Kernproblematik: Pashinyan versucht, den wirtschaftlichen Druck zu verringern und gleichzeitig Moskaus Forderung nach einer sofortigen binären Entscheidung zu widerstehen. Die EU zieht Armenien unterdessen mit Handelsliberalisierung und Finanzhilfe näher an sich heran, während Jerewan schrittweise – aber zielstrebig – auf einen formellen Mitgliedsantrag zusteuert.