Bereits im Oktober 2025 hatte Audi die Margenprognose von 7–9 % auf 5–7 % senken müssen – wegen Zöllen und Restrukturierungskosten .
Große Medienberichte identifizieren drei verschiedene Belastungsfaktoren:
1. Verschlechterung in China. Audis größter Einzelmarkt brach im ersten Halbjahr 2026 massiv ein. Die Auslieferungen in China fielen um fast ein Fünftel, da lokale EV-Hersteller wie BYD und Nio den Wettbewerb verschärften und die konjunkturelle Abkühlung die Nachfrage nach Luxusautos dämpfte . China steuerte im ersten Halbjahr 2026 nur noch 73 Millionen Euro zum Gewinn bei – ein Bruchteil seines historischen Beitrags
.
2. US-Zölle. Höhere Importzölle auf Fahrzeuge, die in die USA exportiert werden, schmälern weiterhin die Profitabilität. Audi hatte bereits 2025 einen zollbedingten Gewinneinbruch von 1,2 Milliarden Euro verzeichnet . Im ersten Quartal 2026 fielen die US-Verkäufe um 30 % – der niedrigste Stand seit dem ersten Quartal 2012
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3. Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Audi nannte diesen Faktor ausdrücklich als neue Belastung neben China und den Zöllen .
Audis offizielle Halbjahreszahlen, ebenfalls am 27. Juli veröffentlicht, zeigen ein Geschäft, das laut Konzernführung zwar „stabil“ sei, aber deutlich nach unten tendiert :
Die operative Marge von rund 3,8 % im ersten Halbjahr liegt deutlich unter dem neuen, gesenkten Jahresziel von 5–7 %. Das bedeutet, Audi setzt stark auf eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte – oder auf Einsparungen, die noch nicht eingetreten sind.
Finanzvorstand Jürgen Rittersberger schlug in der Mitteilung vom 27. Juli einen dringlichen Ton an: „Challenging geopolitical and economic conditions are putting the entire automotive industry, including Audi, under increased pressure to act“ . Er forderte eine engere Zusammenarbeit mit dem gesamten Volkswagen-Konzern, um das Geschäft zu überholen, und argumentierte, dass Audi seine strukturellen Probleme nicht allein lösen könne
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Dies markiert einen erheblichen strategischen Kurswechsel. Rittersberger räumt faktisch ein, dass Audi stärker in die konzernweiten Restrukturierungsbemühungen des VW-Konzerns eingebunden werden muss, anstatt einen eigenständigen Turnaround zu versuchen. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte er gewarnt: „The pace of change in the global environment has sped up significantly“ und Audi brauche „urgent“ Maßnahmen bei Kostenstrukturen und Effizienz .
Audis Kernproblem ist struktureller, nicht konjunktureller Natur. Das Unternehmen steckt in der Zange:
Die operative Marge von rund 3,8 % im ersten Halbjahr im Vergleich zum neuen Jahresziel von 5–7 % bedeutet, dass Audi stark auf eine Verbesserung im zweiten Halbjahr setzt. Sollte sich die Lage in China nicht stabilisieren oder die Zölle weiter eskalieren, könnte sich selbst die gesenkte Prognose als zu optimistisch erweisen. Die Zukunft des Werks Neckarsulm wurde ebenfalls öffentlich infrage gestellt, was mögliche Kapazitätskürzungen signalisiert .
Fazit: Audi ist von der Prognose einer Margenerholung (6–8 % im März 2026) zu einer zweiten Prognosesenkung innerhalb von rund 16 Monaten übergegangen. Der CFO räumt nun faktisch ein, dass eine tiefgreifende, konzernweite Umstrukturierung notwendig ist. Die Kombination aus Abschwung in China, anhaltenden US-Zöllen und Audis eigenen Verzögerungen bei der Elektroauto-Offensive lässt das Unternehmen in einer prekären Lage auf das Jahr 2027 zugehen.
Alle genannten Zahlen und Aussagen stammen aus offiziellen Pressemitteilungen und Finanzberichten von Audi sowie aus Nachrichtenagenturen wie Bloomberg, Reuters, dem Wall Street Journal, Morningstar und Investing.com.