Die Strafe setzt sich aus zwei Entscheidungen zusammen :
Die Kommission ordnete außerdem an, die Praktiken einzustellen und den DMA in Zukunft vollständig einzuhalten . EU-Regulierer betonten, dass Google sich in „konstruktiven" Gesprächen befinde und bei den Abhilfemaßnahmen gute Fortschritte mache, weshalb weitere Strafen in naher Zukunft unwahrscheinlich seien .
Der DMA, der 2022 in Kraft trat und seit März 2024 durchsetzbar ist, legt im Voraus geltende Regeln für große „Torwächter"-Plattformen fest. Die Untersuchungen gegen Googles Praktiken wurden im März 2024 eingeleitet . Die Begründung der Kommission war, dass Googles Verhalten:
Die Kommission erklärte, die Strafen dienten der Abschreckung und Ahndung von Verstößen gegen die DMA-Verpflichtungen zur Fairness und Bestreitbarkeit für Torwächter .
Die Strafe führte sofort zu einer Eskalation der transatlantischen Handelsspannungen und rief scharfe Reaktionen aus Washington hervor.
Die Strafe kam zu einem Zeitpunkt, als die Trump-Administration sich auf eine neue Runde von Handelszöllen gegen die EU vorbereitete, was die Situation besonders volatil machte . Die EU zeigte sich später erleichtert, dass die darauffolgenden US-Zollmaßnahmen das bestehende Handelsabkommen zu respektieren schienen, was die unmittelbare Eskalationsangst milderte .
Die DMA-Strafe von 890 Millionen Euro reiht sich in eine lange Geschichte von EU-Kartellverfahren gegen Google ein, die sich nun auf weit über 9 Milliarden Euro an Strafen in mehreren Fällen summieren:
| Jahr | Strafe (ursprünglich) | Grund | Wichtigster Gerichtsstatus |
|---|---|---|---|
| 2017 | 2,42 Mrd. € | Missbrauch der Marktmacht bei Preisvergleichsdiensten (Bevorzugung des eigenen Dienstes) | Von EU-Gerichten 2024 bestätigt |
| 2018 | 4,34 Mrd. € | Android-wettbewerbswidrige Vereinbarungen (erzwungene Vorinstallation von Google-Diensten) | Auf 4,1 Mrd. € reduziert; vom EU-Gerichtshof im Juli 2026 bestätigt |
| 2019 | 1,49 Mrd. € | AdSense for Search – wettbewerbswidrige Werbepraktiken | Von EU-Gericht 2024 aufgehoben; Google gewann Berufung |
| 2025 | 2,95 Mrd. € (3,45 Mrd. $) | Wettbewerbswidrige Praktiken im Werbetechnologiebereich | Noch im Berufungsverfahren |
| 2026 (Juli) | 890 Mio. € | Erste DMA-Strafe (Eigenbegünstigung + Anti-Steering) | Neu unter DMA-Rahmenwerk |
Besonders auffällig war der Zeitpunkt: Nur drei Wochen vor der DMA-Strafe, am 2. Juli 2026, hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Android-Strafe von 4,1 Milliarden Euro bestätigt und Google damit einen herben juristischen Schlag versetzt .
Die Strafe belastet die ohnehin schon angespannten US-EU-Handelsbeziehungen zusätzlich:
Zusammenfassend markiert die 890-Millionen-Euro-DMA-Strafe eine neue Ära der Durchsetzung für die EU. Ihre unmittelbaren geopolitischen Folgen – Zolldrohungen, die Unsicherheit über Handelsabkommen und eine sich vertiefende Kluft zwischen Brüssel und Washington – könnten sich jedoch als ebenso bedeutsam erweisen wie die Strafe selbst.