Das chinesische KI-Startup DeepSeek hat seine zweite externe Finanzierungsrunde vorerst auf Eis gelegt – nur wenige Wochen, nachdem eine Rekord-Erstrunde abgeschlossen wurde. Auslöser sind offenbar geleakte Äußerungen von Gründer Liang Wenfeng über Nvidia und das KI-Wettrennen zwischen den USA und China, die in Investorenkreisen für Unruhe sorgen. Das Unternehmen bereitet parallel einen Börsengang auf dem chinesischen Festland für das Jahr 2027 vor.
Warum DeepSeek die zweite Finanzierungsrunde pausiert
DeepSeek hat potenziellen Investoren der geplanten zweiten Finanzierungsrunde mündlich mitgeteilt, dass der Deal vorerst ausgesetzt wird ![]()
. Der Stopp erfolgte nur wenige Tage, nachdem Kommentare, die Gründer Liang Wenfeng im Zusammenhang mit dem KI-Wettbewerb zwischen den USA und China zugeschrieben werden, viral gingen. Es handelt sich um ein geleaktes Transkript eines vierstündigen Investorengesprächs vom 20. Mai 2026, das von Tencent Tech veröffentlicht wurde und sich ab dem 23. Juli 2026 rasant verbreitete ![]()
. Der politisch heikle Inhalt dieser Äußerungen scheint die Dynamik des Deals ausgebremst zu haben, auch wenn sich DeepSeek nicht offiziell dazu geäußert hat.
Vor der Pause hatte DeepSeek im Juni 2026 gerade die erste externe Finanzierungsrunde abgeschlossen – über 50 Milliarden Yuan (ca. 7,4 Mrd. $) zu einer Bewertung von über 50 Mrd. $ ![]()
. Bereits Mitte Juli befand man sich in ersten Gesprächen für eine zweite Runde mit einer angestrebten Bewertung von rund 71 Mrd. $ ![]()
. DeepSeek könnte den Deal zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilten ![]()
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DeepSeeks ungewöhnliche Finanzierungsstruktur
Die erste Runde war durch eine stark gründerzentrierte Deal-Struktur gekennzeichnet, die für ein Startup dieser Größenordnung höchst ungewöhnlich ist ![]()
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- Investoren kauften keine DeepSeek-Aktien direkt. Stattdessen investierten sie in eine Kommanditgesellschaft (Limited Partnership), bei der Liang Wenfeng als geschäftsführender Gesellschafter überproportionale Kontrolle behielt
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- Die Struktur soll es Liang ermöglichen, die Forschung an Künstlicher Allgemeiner Intelligenz (AGI) über Gewinnmaximierung und kurzfristige Monetarisierung zu stellen
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- Zu den Hauptteilnehmern der ersten Runde gehörten Tencent Holdings und der Batteriehersteller CATL
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- Liang Wenfeng selbst steuerte rund 20 Milliarden Yuan bei – die größte Einzelinvestition in dieser Runde
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Diese Konstruktion wird als „bizarr“ und „aggressiv gründerzentriert“ beschrieben und ist außerhalb von Gründer-kontrollierten Tech-Giganten selten zu finden ![]()
. Die Investoren akzeptierten eine fünfjährige Haltefrist und hatten kein Stimmrecht
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Liang Wenfengs politisch heikle, geleakte Äußerungen im Investorengespräch
Ein leicht redigiertes Transkript des rund vierstündigen, nicht-öffentlichen Investorengesprächs vom 20. Mai 2026 wurde von Tencent Tech veröffentlicht und verbreitete sich Ende Juli rasant ![]()
. Die Liang Wenfeng zugeschriebenen Kernaussagen:
Über Nvidia und Chinas Hardware-Abhängigkeit:
- Liang argumentierte, dass Nvidias CUDA-Ökosystem nicht unersetzlich sei und sagte voraus, dass „innerhalb eines Jahres nennenswerte Risse auftauchen könnten“
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- Er erklärte, dass heimische chinesische Alternativen – konkret die Chips von Huawei – voraussichtlich innerhalb eines Jahres die funktionale Gleichwertigkeit mit Nvidia erreichen würden, und selbst ein 1- bis 2-facher Aufpreis akzeptabel wäre
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- Er sagte, dass „NVIDIAs CUDA-Dominanz bröckelt“ und dass die Monopolmacht von Nvidias KI-Chip-Ökosystem eine entscheidende Schwachstelle sei, die seiner Erwartung nach brechen werde
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Über die KI-Wettbewerbslücke zwischen den USA und China:
- Liangs zentrale These ist, dass der KI-Rückstand Chinas gegenüber den USA in erster Linie ein Problem des Zugangs zu Rechenleistung (Compute) ist, nicht ein Mangel an Talenten oder Algorithmen
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- Er schätzte den Rückstand auf etwa ein Jahr, merkte aber an, dass China nur etwa 1/20 der Rechenleistung der USA eingesetzt habe – was bedeute, dass die Lücke enger sei, als die rohen Zahlen vermuten ließen, sofern China ausreichend Hardware beschaffen könne
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- Er argumentierte, DeepSeek könne wettbewerbsfähig bleiben, indem man ein oder zwei Modellgenerationen hinterherhinke, aber radikal weniger Rechenleistung einsetze und auf Effizienz setze
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Diese Äußerungen sind in China politisch heikel, da sie als Eingeständnis einer strukturellen Hardware-Abhängigkeit von US-Technologie (Nvidia) und als Quantifizierung einer konkreten Technologielücke zu den USA verstanden werden könnten – Themen, die die chinesische Regierung typischerweise herunterspielt.
Zukunftspläne: Börsengang auf dem chinesischen Festland
Trotz der Finanzierungspause bereitet sich DeepSeek aktiv auf einen Börsengang an der chinesischen Festlandbörse vor:
- Angestrebte Börse: Der STAR Market in Shanghai (Chinas Nasdaq-ähnliches Tech-Segment)
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- Zeitplan: Einreichung des Börsenprospekts bereits Ende 2026 oder Anfang 2027, mit einem Börsendebüt im Jahr 2027, möglicherweise bereits im zweiten Quartal 2027
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- Angestrebte Bewertung: Rund 71 bis 74 Mrd. $ (480 – 500 Milliarden Yuan) zum IPO-Zeitpunkt
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- Berater: DeepSeek arbeitet bereits mit Wirtschaftsprüfungs- und Bankberatern an der IPO-Vorbereitung
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Liang Wenfeng hat eine Präferenz für die Verfolgung von AGI gegenüber kurzfristiger Monetarisierung geäußert, was zu Spannungen mit Börseninvestoren führen könnte, die Renditen erwarten ![]()
. Das Unternehmen sucht weiterhin nach einer kleineren privaten Aufstockung (ca. 1,5 Mrd. $ bei einer Bewertung von rund 71 Mrd. $), falls die zweite Runde wieder aufgenommen wird
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