Das Team prägte den Begriff „erhöhtes Compartment-Mingling“, um die beobachtete Störung zu beschreiben. Dieses Muster – die Vermischung aktiver und inaktiver Genom-Nachbarschaften – trat in mehreren Zelltypen in Alzheimer-Gehirnen auf, und der Grad der Durchmischung korrelierte mit dem Ausmaß des Verlusts an Genexpression .
Um dieses Phänomen mit Einzelzell-Auflösung sichtbar zu machen, verwendeten die Forschenden eine neuartige Technologie namens GAGE-seq (Genome Architecture and Gene Expression sequencing). Diese Einzelzell-Methode misst gleichzeitig zwei Dinge in derselben Zelle:
Das Team integrierte diese Messungen zudem mit räumlichen transkriptomischen Karten von intaktem Hirngewebe, um zu sehen, wo im Gehirn diese Veränderungen auftreten .
Über die experimentelle Entdeckung hinaus entwickelten die Forschenden ein Computerwerkzeug, um zu erforschen, wie strukturelle Genom-Veränderungen die Genregulation beeinflussen. Sie schufen Hicformer, ein Deep-Learning-KI-Modell, das Folgendes analysiert:
Hicformer kann aus diesen Eingaben zellspezifische Genaktivität vorhersagen. Die Forschenden beschrieben es als eine Art computergestütztes Testlabor, um zu verstehen, wie 3D-Genom-Veränderungen zu Fehlregulationen von Genen bei Alzheimer führen könnten .
Diese Studie liefert die erste Einzelzell-Ansicht davon, wie die Alzheimer-Krankheit die physikalische Architektur des Erbguts in Hirnzellen umgestaltet. Da die 3D-Faltung der DNA direkt kontrolliert, welche Gene abgelesen werden, eröffnet die Entdeckung des „Compartment-Minglings“ eine neue molekulare Perspektive auf die Krankheit. Die Ergebnisse könnten als Wegweiser dienen, um therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren, die die richtige Genom-Organisation und Genexpression in betroffenen Nervenzellen wiederherstellen .