Tsitsipas erklärte später, der Schlüsselmoment sei gewesen, dass er im dritten Satz aufgehört habe, „mit Erwartungen zu spielen“ .
Tsitsipas war als Nummer 85 der Welt und ungesetzt nach Gstaad gereist . Sein Turnierweg glich einer echten Zitterpartie:
Tsitsipas selbst beschrieb die Woche als „einen Marathon“ und sagte, dass „jedes einzelne Match hätte kippen können“ . Vier Dreisatz-Siege in Folge – eine Ausdauer und mentale Stärke, die man zuletzt bei seinem Finaleinzug bei den French Open 2021 gesehen hatte.
Noch vor wenigen Jahren galt Stefanos Tsitsipas als designierter Thronfolger des „Big Three“ im Tennis. Im August 2021 erreichte er mit Rang drei seine höchste Weltranglistenposition und forderte Novak Djokovic im Finale der French Open über fünf Sätze heraus . 2023 stand er zudem im Endspiel der Australian Open.
Dann kam der Absturz. Ein perfekter Sturm aus Verletzungen und Unsicherheit ließ ihn ins freie Fallen geraten:
Mit Platz 85 reiste er nach Gstaad an. Der Turniersieg katapultierte ihn um 34 Plätze nach oben auf etwa Rang 51 und damit zum ersten Mal seit April 2026 wieder in die Top 60 .
Die Trophäe von Gstaad ist Tsitsipas' sechster ATP-Titel auf Sand. Seine bisherigen Erfolge auf diesem Belag:
Der Sieg in Gstaad war sein erstes Sandplatz-Finale seit zwei Jahren und der erste Sandplatz-Titel seit Monte-Carlo 2024 . Zudem ist er der erste Grieche, der die Swiss Open Gstaad gewinnen konnte
.
Der Zeitpunkt des Erfolgs – nur eine Woche nach Wimbledon – könnte Tsitsipas seltenen Schwung für die anstehende nordamerikanische Hartplatzsaison geben. Hier warten die ATP-Masters-Turniere in Montreal und Cincinnati sowie die US Open .
Konkrete Pläne für die Hartplatzsaison nannte Tsitsipas nicht, aber er sprach voller Überzeugung über das, was der Titel für sein Selbstvertrauen bedeutet: „Es ist ein verrücktes Gefühl. Es zeigt einem, wie viel gute Arbeit man investiert hat. ... Es ist ein großartiges Zeichen, ob man auf dem richtigen Weg ist“ .
Historisch gesehen war Tsitsipas auf Hartplatz stets stark – er erreichte 2021 das US-Open-Halbfinale und 2023 das Australian-Open-Finale. Ob Gstaad einen echten Wendepunkt markiert oder nur eine willkommene Atempause war, wird sich in den nächsten zwei Monaten zeigen.