Die Verfahren lauten:
Sanofi betonte, man suche eine „faire Entschädigung für die Nutzung seiner patentierten Technologie“ und wolle den Verkauf der Impfstoffe nicht blockieren .
Eingeklagte Patente: Sanofi wirft Moderna und Pfizer vor, mit ihren Impfstoffen bis zu 10 Patente von Translate Bio zu verletzen, die grundlegende mRNA-Verabreichungstechnologien abdecken . Die Patente betreffen:
Als verletzend genannte Impfstoffe:
Ein fester Lizenzsatz oder ein konkreter Geldbetrag wurde in den Klageschriften nicht öffentlich genannt. Sanofis Position ist laut einem Sprecher, dass man eine „faire Entschädigung“ für die Nutzung der patentierten Technologie anstrebe . Die potenziellen Schadensersatzforderungen sind jedoch enorm: Die genannten Impfstoffe haben zig Milliarden Dollar an kumulierten Einnahmen generiert, und Sanofis Life Sciences IP Review merkt an, dass das Unternehmen Schadensersatz für Impfstoffe „im Wert von Milliarden“ fordert .
Die Klagen zielen auf Geldentschädigung (angemessene Lizenzgebühren) ab, nicht auf Unterlassungsverfügungen — ein Ansatz, den auch andere Kläger in diesem Patentumfeld verfolgen .
Sanofis Klagen sind die jüngste Eskalation in einem dichten Netz von hochriskanten mRNA-Patentstreitigkeiten, die seit Jahren andauern. Die wichtigsten laufenden und jüngsten Auseinandersetzungen sind:
| Streitigkeit | Status |
|---|---|
| Moderna vs. Pfizer/BioNTech (eingereicht Aug. 2022) | Moderna verklagte Pfizer/BioNTech wegen Verletzung von drei Patenten zur 1-Methylpseudouridin-mRNA-Modifikation und breiter mRNA/LNP-Technologie . 2024 teilweise pausiert, während das USPTO die Patentgültigkeit prüft . Der Fall läuft in den USA und Europa; eine Berufung beim britischen Supreme Court wurde 2025 anhängig gemacht . |
| Genevant & Arbutus vs. Pfizer/BioNTech (eingereicht 2023) | Behauptet, die LNP-Technologie von Pfizer/BioNTech verletze Patente von Genevant/Arbutus. Noch nicht abgeschlossen . |
| Alnylam vs. Pfizer & Moderna | Eingereicht wegen LNP-bezogener Patente; nach für Alnylam negativen Entscheidungen beigelegt . |
| Modernas 2,25-Milliarden-Dollar-Vergleich mit Arbutus/Genevant (März 2026) | Moderna stimmte zu, bis zu 2,25 Milliarden Dollar zu zahlen — 950 Mio. Dollar sofort (fällig Juli 2026) plus bis zu 1,3 Mrd. Dollar, abhängig von einer Berufung — um LNP-Patentstreitigkeiten beizulegen und eine große Unsicherheit zu beseitigen . Bemerkenswert: Auf zukünftige Moderna-Impfstoffe fallen keine Lizenzgebühren an . |
| CureVac vs. Moderna (eingereicht April 2026) | CureVac verklagte Moderna wegen Verletzung von mRNA-Technologiepatenten . |
| BioNTech vs. Moderna (eingereicht Feb. 2026) | BioNTech reichte eine Gegenklage gegen Moderna ein . |
| Pfizer/BioNTechs Herausforderung beim EPA | Im Juli 2025 bestätigte das Europäische Patentamt ein wichtiges Moderna-Patent — ein Erfolg für Moderna auf europäischer Ebene . |
Die entscheidende Erkenntnis: Sanofis Klagen eröffnen eine neue Front in einem bereits bestehenden, mehrseitigen und mehrgerichtlichen Krieg um grundlegende mRNA- und LNP-Patente. Jeder große mRNA-Impfstoffakteur — Moderna, Pfizer/BioNTech, Sanofi/Translate Bio, CureVac, Arbutus, Genevant, Alnylam — verklagt oder wird verklagt, oft beides. Die Streitigkeiten drehen sich um drei zentrale Technologiesäulen: mRNA-Sequenzmodifikationen (insbesondere 1-Methylpseudouridin), Lipid-Nanopartikel-Verabreichungssysteme und mRNA-Herstellungs-/Reinigungsverfahren. Sanofis Einstieg zielt speziell auf die LNP-Verabreichungs- und Reinigungsschicht ab, die nach wie vor eines der am stärksten umkämpften Gebiete in der gesamten Landschaft ist.