Am 9. Juli tagte der Aufsichtsrat in Wolfsburg, um über Blumes radikalen „Zukunftsplan" zu entscheiden. Der Plan sah vor: bis zu 100.000 Stellenabbau weltweit und die Schließung von vier deutschen Werken – Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk in Neckarsulm .
Das Votum fiel deutlich aus: 12 zu 7 Stimmen lehnten den Plan ab . Die Arbeitnehmervertreter gemeinsam mit dem Land Niedersachsen – dem zweitgrößten Aktionär – verhinderten damit die tiefgreifendste Umstrukturierung in der Konzerngeschichte .
Was der Aufsichtsrat dagegen absegnete, waren die langfristigen strategischen Weichenstellungen:
Der Konzern hat errechnet, dass er gegenüber Wettbewerbern einen Kostennachteil von rund 20 % hat . Bis Ende 2028 will man die Kosten konzernweit um ein Fünftel senken .
Nach der Aufsichtsratssitzung präsentierte das Management kaum Details zu Stellenabbau oder Werkschließungen . Der verabschiedete Plan enthält keine konkreten Personalzahlen – Analysten von Reuters bezeichnen die Mitteilung als „weitgehend eine Sammlung von Absichtserklärungen“ .
Die nächste planmäßige Aufsichtsratssitzung ist frühestens im September . Bis dahin verharrt die rund 657.000 Mitarbeiter zählende Belegschaft in tiefer Unsicherheit. Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat haben bereits angekündigt, sich gegen betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen zu stemmen .
Fazit: Blume bekam zwar grünes Licht für die langfristige Produkt- und Kapazitätsstrategie, sein radikaler Stellen- und Werkschließungsplan wurde jedoch mit 12:7 Stimmen gestoppt. Der Konzern steuert auf einen heißen Sommer zu – ohne klaren Plan für die Belegschaft bis mindestens September.