Der Aufstieg der chinesischen Konkurrenz ist der zentrale Treiber. Chinesische Hersteller haben inzwischen rund 70 % des Marktes für Personenkraftwagen erobert und drängen die ausländischen Traditionsmarken massiv ab . Lokale EV-Hersteller wie BYD und Nio setzen auf aggressive Preise und eine rasante technologische Weiterentwicklung. Deutsche Autos gelten bei jungen Chinesen zunehmend als „Auto für die Eltern“ – veraltet und überteuert .
Verschärfter Wettbewerb und Preiskampf: Mercedes-Benz selbst begründete den Rückgang mit „einem sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld und dem Zeitpunkt der aktuellen Produkteinführungen“ . Chinesische Premiummarken greifen direkt die traditionellen Kernsegmente von BMW und Mercedes an.
Verbrenner im freien Fall: Der Rückgang trifft vor allem Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, da der Markt rasant auf Neue Energiefahrzeuge (NEVs) umschwenkt, in dem chinesische Hersteller dominieren .
Konjunkturelle Abkühlung: Der gesamte chinesische Automarkt steht unter Druck. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Rückgang der Gesamtverkäufe bei 4,1 % .
Die Einbrüche der deutschen Hersteller waren weitaus heftiger als die allgemeine Marktschwäche:
Nein – die weltweiten Verkaufszahlen sanken ebenfalls, und die China-Verluste waren nicht zu kompensieren.
BMW sah zwar „stark steigende Aufträge in Europa“, die halfen, die Profitabilitätserwartungen zu stabilisieren , aber keiner der drei Hersteller konnte die China-Verluste mengenmäßig annähernd ausgleichen. Der chinesische Markt hatte traditionell rund ein Drittel des Absatzes aller drei Unternehmen ausgemacht .
Die EU hat zwischen 2024 und 2026 eine mehrgleisige Strategie entwickelt:
Zölle auf chinesische E-Autos: Die EU verhängte 2024 Ausgleichszölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge, als Teil eines handelspolitischen Schutzinstruments .
„Made in EU“-Regeln für öffentliche Aufträge: Die EU-Kommission schlug vor, bei öffentlichen Beschaffungen von grünen Technologien verbindliche Kriterien für die Herkunft aus Europa einzuführen .
Battery Booster Strategy (Juni 2026): Die Kommission veröffentlichte eine Strategie, die anerkennt, dass China rund 83 % der globalen Batteriekapazität stellt und die gesamte Wertschöpfungskette dominiert . Ziel ist der Wiederaufbau europäischer Fertigungskapazitäten.
Industrial Accelerator Act: Dieses Gesetz führt schrittweise „Made in EU“-Anforderungen für Batterien ein – etwa, dass Energiespeicher innerhalb von drei Jahren europäische Zellen nutzen müssen .
Monitoring der chinesischen Überkapazitäten: Das EU-Parlament veröffentlichte eine Studie zur chinesischen „Involution“ (Überkapazitäten durch exzessiven Wettbewerb) und erweiterte die Überwachung von chinesischen Exportförderungen und Preispraktiken .