Allerdings lagen die Erwartungen des Marktes noch höher. Bloomberg berichtete, dass FII trotz einer Verdopplung des Gewinns die ehrgeizigsten Analystenschätzungen verfehlte: Der Quartalsumsatz von 251 Milliarden RMB blieb hinter der Konsensschätzung von 303,5 Milliarden RMB zurück . Dies deutet darauf hin, dass der Markt möglicherweise eine noch schnellere Kapazitätsausweitung eingepreist hatte, als FII liefern kann.
Der Treiber ist eindeutig: die explosionsartige Nachfrage nach KI-Servern. FII selbst erklärte, das Wachstum werde durch den „weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur“ angetrieben, insbesondere durch KI-Server und Rechenzentrumshardware für Cloud-Anbieter . Als wichtigster Zulieferer von KI-Server-Racks und -Systemen – und größter Auftragsfertiger für Nvidia – profitiert FII direkt vom globalen KI-Investitionszyklus der Hyperscaler wie Amazon, Microsoft, Google und Meta
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Die Einnahmen aus KI-Servern für Cloud-Anbieter stiegen im ersten Halbjahr um mehr als 230 Prozent im Jahresvergleich . FII reitet nicht nur auf der Welle, es baut die physische Infrastruktur des KI-Zeitalters.
Die Muttergesellschaft Hon Hai Precision Industry (Foxconn) meldete ebenfalls Rekordzahlen. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 2,12 Billionen NT$ (rund 66 Mrd. USD), ein Plus von 29,7 Prozent. Der Nettogewinn legte um 19 Prozent auf 49,9 Milliarden NT$ zu und übertraf damit die Analystenerwartungen . Das operative Ergebnis schnellte um 63 Prozent nach oben, beflügelt von der besseren Margenmischung durch KI-Server
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Im zweiten Quartal sprang der Umsatz um 39,8 Prozent auf 2,513 Billionen NT$ (78,71 Mrd. USD) und übertraf ebenfalls die Markterwartungen . Allein im Juni erzielte Foxconn mit 821,8 Milliarden NT$ einen Rekordumsatz (plus 52,1 Prozent)
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Foxconn signalisiert zudem langfristiges Engagement: Die Investitionsausgaben (Capex) sollen 2026 um mehr als 30 Prozent steigen. Zudem werden 10.000 CPO-Switches (Co-Packaged Optics) prognostiziert – ein deutliches Zeichen für massive Investitionen in die KI-Infrastruktur der nächsten Generation .
Trotz des KI-Booms hat Hon Hai wiederholt und explizit gewarnt. In der Umsatzmitteilung für das zweite Quartal 2026 hieß es, die „volatile“ globale Politik sei ein Risikofaktor – selbst bei über den Erwartungen liegenden Zahlen . Bereits im ersten Quartal hatte der Konzern trotz eines Umsatzsprungs von 30 Prozent auf geopolitische Risiken hingewiesen
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Diese Zurückhaltung spiegelt die Realität eines in Taiwan ansässigen Fertigungsriesen in Zeiten verschärfter US-chinesischer Spannungen, möglicher Handelsbeschränkungen und einer Neuausrichtung der Lieferketten wider. Foxconn-Chef Young Liu hatte bereits zuvor betont, er sei zwar „sehr optimistisch für den KI-Markt“, doch der Konzern müsse „die geopolitischen und währungsbezogenen Probleme im Auge behalten“ .
Die nahezu Verdopplung des Gewinns von FII ist bemerkenswert, aber das Bild ist vielschichtiger. Der Markt ist nervös geworden, ob die massiven KI-Investitionen der Tech-Giganten nachhaltig sind. Der gesamte Halbleitersektor steht unter Druck, da Anleger die Haltbarkeit dessen hinterfragen, was manche Analysten als „Wachstum im Hypermaßstab bei hauchdünnen Margen“ bezeichnen .
FIIs Ergebnisse liegen zwar exzellent, aber unter den höchsten Erwartungen. Dies erzeugt eine Spannung zwischen der starken aktuellen Nachfrage und einer unsicheren, langfristigen Visibilität . Der KI-Server-Ausbau beschleunigt sich weiter, und FII ist perfekt positioniert, um von diesem Wachstum zu profitieren – aber die geopolitischen und marktwirtschaftlichen Risiken sind real, und Hon Hai sorgt dafür, dass die Anleger sie nicht vergessen.