Rutte betonte die Notwendigkeit kosteneffizienter Lösungen und erklärte: „Wir müssen Abfangtechniken finden, die genauso viel kosten wie die Drohnen selbst“ .
Die NATO gab offiziell die gemeinsame Beschaffung von bis zu zehn schwedischen Saab GlobalEye-Flugzeugen für die luftgestützte Frühwarnung und Aufklärung (AEW&C) bekannt, um die alternde Flotte der Boeing E-3 Sentry (AWACS) zu ersetzen . Die wichtigsten Details:
Die Entscheidung ist ein strategischer Rückschlag für Boeing und ein großer Erfolg für die europäische Verteidigungsindustrie.
Am Rande des NATO-Verteidigungsindustrieforums unterzeichneten Lockheed Martin und Rheinmetall eine Absichtserklärung (MoU) zur Koproduktion von ATACMS (Army Tactical Missile Systems) in Europa . Die von den USA und Deutschland unterstützte Vereinbarung zielt darauf ab, „die unmittelbare Nachfrage nach lokal produzierter Munition in Europa“ zu decken und das erste europäische Exzellenzzentrum für die Herstellung, Integration und Verteilung von ATACMS zu schaffen .
Parallel dazu führen die USA Gespräche mit Deutschland und anderen europäischen Staaten über die Koproduktion von Raytheons AIM-120 AMRAAM-Raketen und die Einrichtung einer Wartungseinrichtung für Lockheeds PAC-3 Patriot-Raketen in Europa . Ein Joint Venture zwischen RTX und MBDA bereitet zudem die Eröffnung der ersten europäischen Patriot-Raketenfabrik vor . Hintergrund sind Engpässe in den USA: Schätzungen zufolge wurden bis April 2026 rund 50 % der US-PAC-3-Bestände im Krieg gegen den Iran verbraucht, was zu Verzögerungen bei Lieferungen nach Europa führte .
Der Ankara-Gipfel bestätigte eine deutliche Neuausrichtung hin zu einer stärker europäisch geprägten Beschaffung (GlobalEye ersetzt AWACS, europäische ATACMS-Koproduktion), einen massiven kollektiven Anstieg der Verteidigungsinvestitionen (258 Milliarden US-Dollar zusätzlich in den Jahren 2025–2026) und eine neue strategische Fokussierung auf die Drohnen- und Drohnenabwehr durch die 40-Milliarden-Dollar-Initiative „Drone Edge“. Wie Rutte es formulierte, ist das Bündnis in eine „Implementierungsphase“ eingetreten, die sich auf Verträge und Lieferergebnisse konzentriert, nicht mehr auf „allgemeine Absichtserklärungen“ .