Chinas Sonde Tianwen 2 hat den erdnahen Asteroiden Kamoʻoalewa am 7. Juni 2026 erreicht – nach 400 Tagen und über 43 Millionen Kilometern Reise.

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Nach rund 400 Tagen Reise durchs All und über 43 Millionen Kilometern ist Chinas Sonde Tianwen-2 wohl am 7. Juni 2026 am erdnahen Asteroiden 469219 Kamoʻoalewa (2016 HO3) angekommen . Am 6. Juli 2026 lieferte sie die ersten Nahaufnahmen – und die Überraschung war groß: Der Asteroid ist deutlich größer als vor der Mission angenommen. Der Abstieg zur Oberfläche könnte bereits in den kommenden Wochen beginnen
.
Wichtig: Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA hat das Rendezvous vom 7. Juni noch nicht offiziell bestätigt, aber alle wichtigen Tracking-Daten und unabhängige Analysten (darunter The Planetary Society und AMSAT-DL) stützen dieses Datum . Die Sonde ist in einem ausgezeichneten Zustand und arbeitet planmäßig
.
Tianwen-2 hat drei verschiedene Verfahren an Bord, um auf dem kleinen, schnell rotierenden Himmelskörper möglichst sicher Proben zu nehmen :
Das Ziel ist die Sammlung von 200 bis 1.000 Gramm Gesteinsstaub – deutlich mehr als JAXAs Hayabusa2 (~5,4 g) oder die NASA-Mission OSIRIS-REx (~121,6 g) .
Nachdem die Probenkapsel zur Erde abgeworfen wurde, nutzt der Muttersatellit die Schwerkraft der Erde für ein Swing-by und fliegt weiter zum Hauptgürtelkometen 311P/PanSTARRS (P/2013 P5) – einem aktiven, staubausstoßenden Objekt im Asteroidengürtel. Dort soll er um 2034–2035 ankommen und den Kometen aus nächster Nähe untersuchen. Damit wird Tianwen-2 zu einer jahrzehntelangen Mission mit zwei völlig unterschiedlichen Zielen .
Eine der spannendsten Fragen, die Tianwen-2 beantworten soll, ist die nach der Herkunft von Kamoʻoalewa. Die bisherigen Indizien weisen in zwei Richtungen.
Mehrere wissenschaftliche Studien (u.a. in Nature Communications und Communications Earth & Environment) zeigen, dass das Reflexionsspektrum von Kamoʻoalewa nahezu perfekt mit dem von weltraumverwitterten Mond-Silikaten übereinstimmt – und nicht mit typischen Asteroiden aus dem Hauptgürtel . Sein gerötetes Spektrum, die erdähnliche Umlaufbahn und die Nähe zum Erde-Mond-System sprechen stark dafür, dass es sich um ein herausgeschleudertes Mondstück handelt – vermutlich von den Kratern Copernicus oder Giordano Bruno auf der erdabgewandten Seite – das durch einen Einschlag vom Mond abgesprengt und in einer 1:1-Bahnresonanz mit der Erde eingefangen wurde
. Es ist einer von nur einer Handvoll bekannter „Quasi-Satelliten“ der Erde
.
Eine neue, im Juni 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie stellt die Mond-Herkunft infrage. Sie schlägt vor, dass die spektralen Eigenschaften von Kamoʻoalewa auch mit bestimmten S-Typ-Asteroiden des inneren Hauptgürtels – insbesondere der Flora-Familie – vereinbar sind und dass seine derzeitige Umlaufbahn nicht zwingend eine Mond-Herkunft erfordert . Die Studie argumentiert, dass die schnelle Rotation und die geringe Größe des Asteroiden durch Weltraumverwitterung allein eine ähnliche spektrale Rötung hervorrufen könnten
.
Fazit: Die Mond-Ursprungs-Hypothese bleibt die führende Erklärung, aber die Debatte ist in vollem Gange. Tianwen-2s zurückgebrachte Proben werden die endgültige Antwort liefern, indem sie Isotopenverhältnisse, Mineralogie und Edelgassignaturen mit bekannten Mondproben vergleichen .
Tianwen-2 ist aus mehreren Gründen strategisch bedeutsam:
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Chinas Sonde Tianwen 2 hat den erdnahen Asteroiden Kamoʻoalewa am 7. Juni 2026 erreicht – nach 400 Tagen und über 43 Millionen Kilometern Reise.
Chinas Sonde Tianwen 2 hat den erdnahen Asteroiden Kamoʻoalewa am 7. Juni 2026 erreicht – nach 400 Tagen und über 43 Millionen Kilometern Reise. Die Sonde setzt auf drei Sammelmethoden: Touch and Go, Ankern und Bohren sowie Schwebesampling.
Nach der Rückkehr der Probenkapsel zur Erde Ende 2027 fliegt der Muttersatellit weiter zum Kometen 311P/PanSTARRS – ein Jahrzehnt dauerndes Doppelziel, das es so noch nie gab.