Goldman Sachs vertritt die gegenteilige Auffassung. Am 6. Juli 2026 senkte die Bank ihre Yen-Prognose drastisch: Sie erwartet nun einen USD/JPY-Kurs von 162 in drei Monaten und 165 innerhalb von zwölf Monaten – zuvor lag die Prognose bei 155 . Goldman begründet dies mit dem anhaltenden Renditevorteil von US-Anlagen, einem „Angebotseinbruch“ bei KI und Energie, der den Dollar stützt, sowie der Einschätzung, dass japanische Interventionen nur eine vorübergehende Wirkung hätten
. Die Bank empfiehlt explizit Yen-finanzierte Carry Trades, um von dieser Divergenz zu profitieren
. Goldmans 165er-Marke ist die höchste Prognose unter den großen, von Bloomberg erfassten Finanzinstituten
.
Das japanische Finanzministerium bestätigte, dass es zwischen dem 28. April und dem 27. Mai 2026 rekordhohe 11,7 Billionen Yen – rund 73,6 Milliarden US-Dollar – für Yen-Stützungskäufe ausgegeben hat . Es war Japans erste Marktintervention seit 2024, ausgelöst, nachdem der Yen die Marke von 160 Yen pro Dollar durchbrochen hatte
. Trotz des enormen Umfangs – der höchste monatliche Interventionsbetrag in Japans Geschichte – war der Erfolg nur von kurzer Dauer; der Yen kehrte schnell wieder auf das Niveau zurück, das die Maßnahmen ursprünglich ausgelöst hatte
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Die entscheidende Einschränkung für die Zukunft ist eine IWF-Richtlinie: Japan kann bis November 2026 nur noch zwei weitere mehrteilige Dreitages-Interventionen durchführen, wenn es seinen Status als Land mit frei schwankendem Wechselkurs behalten will . Japan hat bereits ein solches Fenster genutzt (drei aufeinanderfolgende Interventionen während der Golden Week, die als eine Sitzung zählten). Damit verbleiben nur noch zwei weitere Fenster
. Allerdings weisen einige Beamte darauf hin, dass die IWF-Regularien die Häufigkeit von Interventionen nicht strikt begrenzen, und die japanische Regierung weiterhin bereit ist, „entschlossene“ Maßnahmen zu ergreifen, solange der Yen im unteren 160er-Bereich notiert
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Der Kern des Disputs zwischen Yamasaki und Goldman Sachs lässt sich auf eine Frage reduzieren: Wird sich der Zinsunterschied zwischen den USA und Japan so weit verengen, dass der Yen wieder attraktiv wird? Die US-Notenbank Fed hält an einem hawkishen Kurs fest, während die Bank of Japan die Zinsen nur allmählich und moderat angehoben hat. Dies hält die japanischen Realzinsen tief im negativen Bereich und befeuert den Yen-Carry-Trade . Goldman Sachs erwartet, dass diese Dynamik anhält. Yamasaki und andere Japan-Kenner argumentieren dagegen, dass die Yen-Schwäche die Fundamentaldaten überdehnt habe und sich irgendwann korrigieren müsse. Auch andere Strategen sind uneins: J.P. Morgan prognostiziert den Jahresendkurs bei 164, während ING einen Rückgang auf 153 und Scotiabank ein Ziel von 150 erwartet
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Der Yen-Ausblick ist tief gespalten. Der ehemalige Devisenchef Yamasaki hält einen fairen Wert nahe 130 für angemessen – der Yen wäre demnach um rund 20% unterbewertet – und warnt vor einem realen Interventionsrisiko für Spekulanten. Goldman Sachs kontert, dass die fundamentalen Treiber (US-Renditevorteil, BoJ-Gradualismus, Carry-Trade-Nachfrage) den Yen auf 165 drücken werden. Japan hat bereits rekordhohe 73,6 Milliarden Dollar für die Yen-Verteidigung ausgegeben – mit begrenzter und nur kurzfristiger Wirkung. Bis November stehen nur noch zwei IWF-konforme Interventionsfenster zur Verfügung. Der aktuelle Kurs nahe 162 liegt bereits in Goldmans Drei-Monats-Zielspanne. Ob sich die Prognose bewahrheitet, hängt maßgeblich vom Zinspfad der BoJ, der Fed-Politik und der Frage ab, ob Tokio bereit ist, die IWF-Richtlinien zu verletzen, um aggressiver zu intervenieren.