Diese Regeln wurden weithin als bewusste Hürde für britische Firmen angesehen, so mehrere Berichte unter Berufung auf die Financial Times. Frankreich argumentierte, der Fonds solle Regierungen dazu anreizen, „europäisch zu kaufen“, anstatt Geld in britische Produktionslinien zu lenken.
Die separaten Verhandlungen Großbritanniens über einen SAFE-Beitritt waren bereits im November 2025 gescheitert. London lehnte die von der EU geforderte milliardenschwere Eintrittsgebühr – Berichten zufolge zunächst bis zu 6,5 Milliarden Euro – ab, und die Gespräche scheiterten.
Frankreich beantragte daraufhin Kredite in Höhe von insgesamt 16,2 Milliarden Euro aus dem SAFE-Fonds für eine Reihe von Verteidigungsprojekten, darunter mehrere in gemeinsamer Produktion mit dem Vereinigten Königreich. Die Europäische Kommission genehmigte nur 15,1 Milliarden Euro, was einem Fehlbetrag von rund 1,1 Milliarden Euro entspricht.
Drei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Financial Times, dass die Lücke entstanden sei, weil einige Projekte mit Großbritannien-Bezug die strengen Zulassungskriterien nicht erfüllten, die Frankreich selbst durchgesetzt hatte.
Frankreich setzte auf harte Zulassungsregeln, um britische Rüstungsfirmen von EU-finanzierten Verteidigungsausgaben fernzuhalten. Doch dieselben Regeln wurden für Frankreichs eigene eng verflochtene Projekte zur Falle. Da so viele französische Verteidigungsprogramme auf britische Partner und Komponenten angewiesen sind – insbesondere in der Raketenproduktion über MBDA – disqualifizierten die Beschränkungen genau die Art von gemeinschaftlicher Arbeit, die Paris zu finanzieren geplant hatte. Das Nettoergebnis: Frankreich verlor den Zugang zu rund 1,1 Milliarden Euro seiner eigenen zinsgünstigen Kredite und kann mehrere geplante französisch-britische Waffenprojekte nicht finanzieren.