Geopolitische und Sanktionsrisiken. Die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, Handelsstörungen und die zunehmende „Bewaffnung“ des Finanzsystems machen Gold als sanktionsresistentes, politisch neutrales Reserveasset wertvoller denn je . Morningstar betont, dass „Sorgen vor möglichen Sanktionen“ ein zentraler Treiber sind .
Die De-Dollarisierung beschleunigt sich. Die OMFIF-Umfrage 2026 unter globalen öffentlichen Investoren ergab, dass erstmals mehr Zentralbanken planen, ihre Dollarbestände im nächsten Jahrzehnt zu reduzieren statt aufzustocken . Gold profitiert davon ebenso wie der Euro und der Yuan .
Reservediversifizierung und Sorgen um Staatsverschuldung. Steigende Schuldenstände in den Industrieländern bewegen die Zentralbanken dazu, sich von Staatsanleihen ab- und Gold als wertbeständigem Asset zuzuwenden, das von keiner einzelnen Staatsbonität abhängt .
Gold hat US-Staatsanleihen als bevorzugtes Reserveasset überholt. Der WGC berichtet, dass Gold aus Sicht der Reserveverwalter kürzlich US-Staatsanleihen als bevorzugtes Reserveasset abgelöst hat .
Zentralbanken agieren langfristig, nicht taktisch. Sie kaufen zur Portfolio-Absicherung und strategischen Neuausrichtung, nicht zum kurzfristigen Timing. Der BNY/OMFIF-Bericht hebt hervor, dass Gold „nicht wegen seiner Rendite geschätzt wird, sondern wegen seiner Neutralität und Freiheit von politischer Kontrolle“ .
Die WGC-Umfrage (73 teilnehmende Zentralbanken; veröffentlicht am 16. Juni 2026) zeigt die stärksten Kaufabsichten in der Geschichte der Erhebung :
Die OMFIF-Umfrage (veröffentlicht am 30. Juni 2026) umfasst über 70 Zentralbanken und Staatsfonds :
Kurz gesagt: Die Kurskorrektur hat die Käufe des offiziellen Sektors nicht gebremst, weil die Zentralbanken einen strukturellen Wandel vollziehen – weg von Dollar-denominierten Anlagen und hin zu Gold als neutralem, sanktionsresistentem Reserveasset. Beide Umfragen (WGC und OMFIF) bestätigen, dass dieser Wandel noch an Fahrt gewinnt.