Die makroökonomischen Projektionen des Eurosystems vom Juni 2026 der EZB hatten bereits eine deutlich schwächere Aussicht eingepreist . Die Wirtschaft im Euroraum war mit einer starken Verlangsamung konfrontiert, da die Ölpreise anzogen und die Blockade der Straße von Hormus andauerte. Die harmonisierte Verbraucherpreisinflation (HVPI) im Euroraum erreichte im Mai 2026 3,2 %, nach 1,9 % im Februar – der höchste Stand seit September 2023 . Auch die Kerninflation (ohne Energie) stieg auf 2,5 %, was darauf hindeutet, dass der Preisdruck über den Energiesektor hinausgeht .
Eine Studie des Europäischen Parlaments vom 22. Juni 2026 stellte fest, dass sich die EZB in einem klassischen Stagflations-Dilemma befindet: Untätigkeit riskiert, die Inflation zu verfestigen, während eine Straffung die Gefahr birgt, die Konjunkturabschwächung zu verschärfen .
Die Frühjahrsprognose 2026 der Europäischen Kommission warnte explizit, dass die Wirtschaft im Euroraum von einer zweiten Energiekrise innerhalb von fünf Jahren bedroht sei, wobei Ölpreise über 100 Dollar pro Barrel sowohl das Wachstum bremsen als auch die Inflation anheizen – ein klassisches Stagflationsszenario . Mehrere unabhängige Analysen (Deutsche Bank, Eurobank, Europäisches Parlament) charakterisierten den Hormus-Schock als Auslöser breiter stagflationärer Tendenzen in Europa und Asien, bei denen die Zentralbanken zwischen Inflationsbekämpfung und Rezessionsvermeidung hin- und hergerissen sind .
Der EZB-Blog vom Juli identifiziert asiatische Volkswirtschaften als am stärksten betroffen . Grund dafür ist ihre strukturelle Abhängigkeit von Energieimporten aus der Golfregion.
Warum Asien am härtesten getroffen wird:
Golflieferanten decken:
Die statische Analyse der EZB zeigt, dass asiatische Volkswirtschaften die größten Produktionsverluste erleiden würden: Südkorea (bis zu 11 %), Indien (etwa 8 %) und Japan (etwa 7 %), gefolgt von den ASEAN-Volkswirtschaften .
Konsequenzen vor Ort:
Banque de France (Juni 2026)
Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission (Mai 2026)
Direkte EU-Exposition ist begrenzt, indirekte Effekte sind jedoch schwerwiegend:
Belastungstest für den Gasmarkt: