Der Schock sitzt tief: Die Exporte von Autos und Autoteilen aus der EU in die USA brachen 2025 um 20,4 Prozent ein . Auf Deutschland entfallen fast zwei Drittel dieser Exporte – und hier lag das Minus bei 18,9 Prozent
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Schon im September 2025 hatte eine frühere IW-Studie Alarm geschlagen: In den ersten drei Quartalen des Jahres gingen die deutschen Autolieferungen in die USA um knapp 14 Prozent zurück . Die im Dezember 2025 veröffentlichte Untersuchung zeichnete ein düsteres Bild für die gesamte Industrie, die ohnehin unter schwacher Nachfrage und dem Wandel zur Elektromobilität leidet.
Warum stieg der Gesamtexport der EU dann sogar um 7,7 Prozent auf 580 Milliarden Euro? Die Antwort liegt in Irland. Irische Pharma-Konzerne haben ihre Ausfuhren in die USA massiv gesteigert. Dieser Pharmariese überdeckte in der Statistik den Kollaps der Auto-Industrie .
„Ohne den irischen Pharma-Boom sähe das Gesamtbild dramatisch anders aus. Die Industrie-Politik der USA hat punktgenau getroffen.“ – Ökonom am IW
Die USA hatten bereits am 12. März 2025 pauschale 25-Prozent-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt (Section 232). Auch Maschinenbau und Chemie spürten den Gegenwind: Ihre Exporte in die USA sanken 2025 um etwa zehn Prozent .
Das Jahr 2025 war eine Zoll-Achterbahn:
Das Abkommen von Turnberry verhinderte im Sommer 2025 einen handfesten Handelskrieg. Die EU versprach im Gegenzug, ihre Zölle auf US-Industriegüter zu streichen . Doch das Abkommen war juristisch nicht bindend – ein fataler Makel, wie sich bald zeigen sollte
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Die 15-Prozent-Deckelung hielt nicht lange:
„Ein Teil dieses Absturzes ist auf Vorzieheffekte und die Euro-Aufwertung zurückzuführen, nicht nur auf die Zölle. Doch die Volatilität allein erzeugt eine tödliche Unsicherheit für die Lieferketten.“ – Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer
Die Kernbotschaft des IW ist eindeutig: Die Rekordzahl beim Handelsvolumen ist eine Illusion. Die strukturellen Schäden – insbesondere in der deutschen Autoindustrie – sind tief und langfristig. Der Zoll-Zirkus von den 25 Prozent im April 2025 über die 15 Prozent im Juli bis zum erneuten Zerfall 2026 hat die Planungssicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks zerstört.
Bereits im September 2025 hatte eine IW-Studie gewarnt, dass die Abhängigkeit der USA von Importen aus der EU in den letzten 15 Jahren stärker gestiegen ist als die Abhängigkeit von China . Diese wechselseitige Verflechtung mache die aktuelle Zoll-Volatilität besonders schädlich: Beide Seiten sind zu eng verbunden, um einen Handelskrieg zu gewinnen, aber die Schocks vervielfachen sich weiter.