Ende Juni setzte die Elfenbeinküste den Verkauf von Terminkontrakten für die Kakaosaison 2026/27 vorläufig aus. Grund seien nötige Neubewertungen der Ernteprognosen angesichts der El-Niño-Unsicherheit . Das trieb die Kakaokontrakte in New York und London auf Fünfmonatshochs – allein am 24. Juni gewann New Yorker Kakao 73 Punkte (+1,59 %)
. Zuvor hatten Überschwemmungen in der Elfenbeinküste dafür gesorgt, dass viele Plantagen unzugänglich waren: Im Mai schoss New Yorker Kakao innerhalb einer einzigen Sitzung um 9,83 % nach oben
. Ein Reuters-Bericht zeigte zudem, dass die Elfenbeinküste rund eine Million Tonnen Kakao zu erhöhten Prämien verkauft hatte – ein klares Zeichen für eine erwartete Verknappung
. Westafrika, das etwa die Hälfte der weltweiten Kakaoproduktion stellt, ist besonders anfällig für die veränderten Niederschlagsmuster des El Niño: Übermäßige Regenfälle, gefolgt von Dürre, begünstigen Pflanzenkrankheiten
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Die Zucker-Futures verlängerten ihren Aufwärtstrend Anfang Juli: New Yorker Rohzucker erreichte ein Siebenwochenhoch, weißer Zucker in London ein 9,75-Monatshoch, getrieben von globalen Wettersorgen . Das aufziehende El Niño bringt laut Prognosen trockenere Bedingungen für die Zuckerproduzenten in Asien (Indien, Thailand) und stärkere Regenfälle in Teilen Amerikas – beides gefährdet die Ernte
. Das drohende „Super-El-Niño“ hat dazu geführt, dass die Prognosen eines großen globalen Zuckerüberschusses komplett kassiert wurden. Stattdessen rechnen viele Analysten nun mit einem ausgeglichenen Markt oder sogar einem Defizit für die Saison 2026/27
. Schwache Monsun-Regen in Indien, dem zweitgrößten Zuckerproduzenten der Welt, haben die Erwartungen an die Zuckerrohrernte gedrückt und die Angebotssorgen verstärkt
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Der US-Wetterdienst NOAA hat am 11. Juni 2026 eine El-Niño-Warnung herausgegeben und bestätigt, dass sich das Phänomen entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit für eine sehr intensive Episode liegt bei 63 % . Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) geht gar mit einer 90 %-Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Ereignis bis November andauern wird, und warnt vor verstärkten Dürren, heftigen Regenfällen und Hitzewellen
. Ein „Super-El-Niño“ (Anomalien der Meeresoberflächentemperatur von ≥ 2,0 °C) hat in der Vergangenheit die Volatilität der Rohstoffpreise massiv verstärkt, da es regional zu Angebotsschocks von Zucker, Kakao und Kaffee kam
. Analysten von Neuberger Berman und Citi sehen darin einen wichtigen Katalysator, dessen Wirkung vom Markt noch immer unterschätzt wird
. Alle drei Rohstoffe haben eines gemeinsam: Ihre Anbaugebiete in Brasilien, Westafrika und Südostasien sind besonders empfindlich für die Niederschlags- und Temperaturveränderungen, die El Niño mit sich bringt. Gleichzeitige Lieferengpässe sind daher kein Zufall, sondern ein systemisches Risiko
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