Die EU Kommission hat ihr geplantes Regelwerk zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren deutlich abgeschwächt – nach einer beispiellosen Lobbykampagne von Big Tech. Die Emissionen der großen Tech Konzerne steigen rasant: Amazon verzeichnete 2025 einen Anstieg um 16 Prozent, Google legte in fünf Jahren um fast 50 Prozent zu.

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Die Europäische Union bereitet ihr ambitioniertestes Regulierungspaket für die Nachhaltigkeit von Rechenzentren vor – doch geleakte Entwürfe und investigative Berichte zeigen: Die finalen Regeln wurden nach intensiver Lobbyarbeit von Big Tech deutlich verwässert.
Das Data Centre Energy Efficiency Package der EU-Kommission, das für Anfang 2026 angekündigt ist, soll Rechenzentren bis 2030 klimaneutral machen . Eine Reihe von Anpassungen – darunter die Ausweitung akzeptabler Energienachweise auf Atomstrom, die Verschiebung des EU-Nachhaltigkeitslabels und die Geheimhaltung individueller Anlagendaten – hat Kritiker jedoch veranlasst, den überarbeiteten Rahmen als „Zugeständnis an Big Tech“ zu bezeichnen, das die Emissionen nicht nennenswert senken werde
.
Das Paket umfasst mehrere Kernkomponenten:
Industrieverbände – angeführt von Microsoft, DigitalEurope (dessen Mitglieder Amazon, Google und Meta umfassen) und der European Data Centre Association (EUDCA) – drängten in mehreren Bereichen auf großzügigere Regeln :
DigitalEuropes offizielles Positionspapier vom Dezember 2025 forderte längere Umsetzungsfristen, vereinfachte Meldepflichten für kleinere Anlagen und eine breitere Akzeptanz von Herkunftsnachweisen (Guarantees of Origin, GOs), einschließlich solcher für Atomstrom .
Laut einem von der Financial Times berichteten geleakten Entwurf, der von mehreren Medien aufgegriffen wurde, enthält der überarbeitete Rahmen diese wesentlichen Lockerungen :
Kritiker argumentieren, der überarbeitete Rahmen sei so weit abgeschwächt worden, dass er keine nennenswerten Emissionsreduktionen bringen werde:
Während sie für mildere Regeln lobbyieren, sind die eigenen Emissionen derselben Unternehmen durch den KI-Rechenzentrumsboom drastisch gestiegen:
Ein Bericht einer UN-Agentur ergab, dass die indirekten Emissionen (Scope 2 und 3) von Amazon, Google, Meta und Microsoft zusammen in drei Jahren um 150 Prozent gestiegen sind, angetrieben durch den massiven Stromverbrauch der KI-Expansion . Die LA Times berichtete, dass die Emissionen von Amazon allein im Jahr 2025 um 16 Prozent stiegen, verursacht durch den Bau von Rechenzentren und die Nutzung fossiler Energie
.
Die EU strebt klimaneutrale Rechenzentren bis 2030 an , aber die Kapazitäten wachsen so schnell, dass Effizienzgewinne überlagert werden:
Im April 2026 deckten Recherchen von AlgorithmWatch, Corporate Europe Observatory und Investigate Europe auf, dass die Europäische Kommission einen von Microsoft und DigitalEurope verfassten Änderungsantrag in den delegierten Rechtsakt zur Berichterstattung über Rechenzentren kopiert und eingefügt hatte .
Der fragliche Änderungsantrag: Die Energie- und Wasserverbrauchsdaten einzelner Rechenzentren sollen NICHT veröffentlicht werden. Stattdessen werden nur aggregierte Daten publiziert. Dies bedeutet, dass Bürger, Forscher und lokale Regierungen die Umweltangaben einzelner Rechenzentrumsbetreiber weder überprüfen noch Anlagen vergleichen können.
Die Kommission wies den Vorwurf des „Wort-für-Wort-Kopierens“ zurück , doch der Untersuchungsbericht zeigte, dass der endgültige Verordnungstext fast wörtlich mit dem von Microsoft vorgeschlagenen Wortlaut übereinstimmte und die Kommission eine frühere Formulierung entfernt hatte, die eine öffentliche Offenlegung vorgesehen hätte
. Dies wird weithin als bedeutender Lobbyerfolg für Big Tech angesehen, der Transparenz und Rechenschaftspflicht für den Energie- und Wasserfußabdruck der am schnellsten wachsenden Stromverbraucher Europas einschränkt.
Die Lobbyausgaben der Tech-Branche haben Rekordhöhen erreicht: Die Digitalbranche gab im Jahr 2025 151 Millionen Euro pro Jahr aus, um die EU-Entscheidungsfindung zu beeinflussen – ein Anstieg um 33,6 Prozent seit 2023 . Allein zwischen Januar und Juni 2025 führten Big-Tech-Vertreter 378 Lobbytreffen mit hochrangigen Kommissionsbeamten und EU-Parlamentariern durch, durchschnittlich drei Treffen pro Arbeitstag
.
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Die EU Kommission hat ihr geplantes Regelwerk zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren deutlich abgeschwächt – nach einer beispiellosen Lobbykampagne von Big Tech.
Die EU Kommission hat ihr geplantes Regelwerk zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren deutlich abgeschwächt – nach einer beispiellosen Lobbykampagne von Big Tech. Die Emissionen der großen Tech Konzerne steigen rasant: Amazon verzeichnete 2025 einen Anstieg um 16 Prozent, Google legte in fünf Jahren um fast 50 Prozent zu.
Der Stromverbrauch der EU Rechenzentren könnte sich bis 2030 auf 150 bis 200 Terawattstunden verdoppeln – das wären fünf bis sieben Prozent des gesamten EU Bedarfs.