Apple hatte die höheren Kosten lange selbst getragen. Nun sei der Punkt erreicht, an dem man sie nicht länger abfedern könne, so das Unternehmen .
ChangXin Memory Technologies (CXMT) ist Chinas führender Hersteller von DRAM-Speicherchips . Das Problem: CXMT steht auf der sogenannten Section 1260H-Liste des US-Verteidigungsministeriums. Dort werden Unternehmen geführt, denen eine Verbindung zur Volksbefreiungsarmee Chinas (PLA) nachgesagt wird
. Diese Liste wurde im Juni 2026 massiv erweitert, unter anderem um Alibaba, Baidu, BYD und CATL – und CXMT wurde erneut aufgenommen
.
Die 1260H-Liste allein verbietet US-Unternehmen nicht automatisch Geschäfte mit den aufgeführten Firmen. Sie erzeugt aber ein enormes rechtliches und rufschädigendes Risiko . Für Apple geht es darum, vorab eine formelle Zusicherung des US-Handelsministeriums zu erhalten, dass ein Kauf bei CXMT nicht zu nachträglichen Exportrestriktionen oder Strafen führt
.
Der Finanzbericht der Financial Times und anderer Medien zeichnet ein klares Bild: Apple hat sich zunächst an das US-Handelsministerium gewandt und die Kampagne inzwischen auf das Weiße Haus ausgeweitet . Ziel ist es, eine „sichere“ Genehmigung zu erhalten, um CXMT als dritten oder vierten Lieferanten neben Samsung, SK Hynix und Micron aufzubauen
.
Schon im Februar 2026 gab es Berichte aus chinesischen Industriekreisen, dass Apple sowohl mit CXMT (für DRAM) als auch mit Yangtze Memory Technologies (YMTC, für NAND-Flash) über Partnerschaften spreche . Ziel sei es, die Abhängigkeit von den drei Marktführern zu verringern, die zusammen über 95 Prozent des globalen DRAM-Marktes kontrollieren
. Damals gab es sogar eine kurzzeitige, später aber wieder zurückgezogene Streichung von CXMT und YMTC von der Pentagon-Liste
.
Die mögliche Freigabe für Apple ist hochgradig politisch. Gegner warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall: Wenn Apple Chips aus einer militärisch gebrandeten Quelle nutzen darf, könnten andere Tech-Giganten wie Dell, HP oder Amazon ähnliche Ausnahmen fordern . Das würde die gesamte US-Strategie zur Eindämmung chinesischer Halbleiterfirmen untergraben.
Zudem wird befürchtet, dass chinesische Chips, die in Millionen von Apple-Geräten stecken, eine Hintertür für Pekinger Einflussnahme öffnen könnten . Die US-Gesetzgebung arbeitet bereits seit mindestens März 2024 an zusätzlichen Sanktionen gegen CXMT
.
Die Lobbying-Bemühungen sind intensiv, aber erfolglos. Eine formelle Genehmigung wurde nicht erteilt, und die Trump-Administration hat sich öffentlich nicht positioniert . CXMT bleibt auf der schwarzen Liste des Pentagons
.
Der Fall zeigt einen grundlegenden Konflikt: Amerikanische Technologiekonzerne geraten durch die KI-getriebene Speicherinflation massiv unter Kostendruck. Gleichzeitig verschärft Washington die Beschränkungen für chinesische Chipfirmen. Unternehmen wie Apple sitzen zwischen allen Stühlen – zwischen Gewinnmargen und nationaler Sicherheitspolitik .
| Element | Status |
|---|---|
| Apples Aktion | Lobbying der Trump-Regierung seit Anfang Mai 2026 |
| Ziel | DRAM-Chips von ChangXin Memory Technologies (CXMT) |
| CXMTs Status | Auf Pentagons Section 1260H-Liste (bestätigt Juni 2026) |
| Warum jetzt | KI-Speicherkrise führte zu Preiserhöhungen für Mac/iPad am 25. Juni |
| Parallel-Aktivität | Auch Gespräche mit YMTC für NAND-Flash seit Feb. 2026 |
| Potenzielle Nutzung | iPhone 18 und zukünftige Macs (Gerüchte, unbestätigt) |
| US-Regierungsentscheidung | Bisher keine Genehmigung; Lobbying läuft weiter |
| Hauptrisiko | Nationale Sicherheitsbedenken, strengere Exportregeln, Präzedenzfall |