Die Warnung kommt weniger als zwei Wochen, nachdem die USA und der Iran am 15. Juni 2026 eine 14-Punkte-Vereinbarung unterzeichnet haben – das sogenannte Islamabad Memorandum (MOU), das einen Rahmen zur Beendigung der Feindseligkeiten schafft .
Waffenruhe und militärische Bestimmungen
Der 60-Tage-Plan
Sanktionserleichterungen und wirtschaftliche Bedingungen
Atomare Bestimmungen
Der umstrittenste Punkt ist das Schicksal von Irans Vorrat an waffenfähigem Material. Laut IAEA besitzt der Iran rund 441 Kilogramm Uran, das auf 60 % angereichert ist – ein technischer Schritt von den 90 %, die für eine Atomwaffe nötig sind . IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi schätzt, dass dieser Vorrat ausreicht, um Material für mehr als zehn Atomsprengköpfe herzustellen .
Die USA fordern, dass dieser Vorrat aus dem Land gebracht, verdünnt oder anderweitig beseitigt wird . Doch Ende Mai 2026 erließ Führer Mojtaba Khamenei eine klare Direktive: „Kein Gramm verlässt das Land.“ Die Anordnung, die von zwei hochrangigen iranischen Quellen Reuters bestätigt wurde, besagt, dass alles angereicherte Uran im iranischen Hoheitsgebiet verbleiben muss . Diese Anweisung widerspricht der Kernforderung der USA und gilt allgemein als das größte Hindernis für ein umfassendes Abkommen .
Irans Atomchef Mohammad Eslami hat zudem erklärt, dass jedes endgültige Abkommen das Recht des Iran auf Urananreicherung anerkennen müsse – eine weitere rote Linie, die mit der Position Washingtons kollidiert .
In Washington:
Unter Irans Hardlinern:
Israel hat ebenfalls tiefe Besorgnis signalisiert. Aus US-Kreisen verlautet, Israel könne das Scheitern einer Einigung über den Uranvorrat als inakzeptables Sicherheitsrisiko betrachten. Das MOU enthalte keine israelischen Sicherheitsgarantien .
Das MOU hat die Kämpfe gestoppt und die Straße von Hormus wieder geöffnet. Aber die 60-Tage-Uhr tickt nun für die schwierigste Frage: Wird der Iran jemals zustimmen, sein fast waffenfähiges Uran außer Landes zu bringen, angesichts von Khameneis Direktive „Kein Gramm verlässt das Land“? Sowohl Washington als auch Teheran stehen unter massivem innenpolitischen Druck, der den Rahmen zum Einsturz bringen könnte, bevor die 60 Tage ablaufen. Die Warnung des Expertenrates macht deutlich: Das klerikale Establishment im Iran wird jedes Abkommen bekämpfen, das das berührt, was es als unveräußerliches Atomrecht ansieht.