SoftBanks Exposure ist enorm. Bis Oktober 2026 soll die gesamte geplante Investition in OpenAI rund 65 Milliarden Dollar betragen . Bereits im April 2026 hatte SoftBank die erste Tranche von 10 Milliarden Dollar einer 30-Milliarden-Dollar-Folgeinvestition in OpenAI getätigt
. Der Markt hatte allgemein mit einem baldigen Börsengang als großem Liquiditätsereignis gerechnet, das die Renditen auf diese massive Position realisieren würde
. Die Nachricht von einer Verzögerung traf diese Erwartung direkt ins Mark.
Der Ausverkauf wurde durch eine breitere Technologierallye noch verstärkt: Der Nasdaq Composite fiel den vierten Tag in Folge, und SoftBank gab in Asien die Verluste bei Technologiewerten an . Der japanische Nikkei-Index schloss 4 Prozent niedriger und löschte damit den Großteil der Gewinne der vorangegangenen Sitzung aus
.
Die Deutsche Bank vollzog im Juni 2026 eine bemerkenswerte Kehrtwende, die die extreme Volatilität der SoftBank-Aktie widerspiegelt.
Die zeitliche Abfolge ist bezeichnend: Erst die Herabstufung vor dem Crash, weil die Bank überhitzte Kurse sah, dann die Hochstufung am Tag des Einbruchs – offenbar in der Erwartung, dass der Absturz eine Kaufgelegenheit darstellt.
Der Fall offenbart, wie extrem SoftBanks Bewertung inzwischen an den Monetarisierungszeitplan von OpenAI gekoppelt ist.
Kurz gesagt: Der Crash vom 26. Juni bestätigt, dass sich die SoftBank-Aktie in einen gehebelten Stellvertreter für den Zeitplan des OpenAI-Börsengangs verwandelt hat. Jedes Signal, dass der IPO sich verzögert – selbst wenn es unbestätigt ist –, löst eine aggressive Neubewertung aus. Das offenbart einen fragilen Konsens, der ein unmittelbar bevorstehendes Liquiditätsereignis als Kernelement der SoftBank-Wertgeschichte eingepreist hatte.