NTT vermarktete die Anleihe ursprünglich mit rund 10 Milliarden Dollar und platzierte sie schließlich zu etwa 10,4 Milliarden Dollar, aufgeteilt etwa zur Hälfte in US-Dollar und zur anderen Hälfte in Euro und Britischen Pfund . Die Investorennachfrage war stark: Allein für die Euro- und Pfund-Tranchen gingen Bestellungen im Wert von über 7 Milliarden Euro ein
.
Die Struktur des Deals zielte darauf ab, die tiefen Liquiditätspools in drei großen Währungen anzuzapfen, was die Platzierungssicherheit maximierte und die Anlegerbasis diversifizierte. Die Anleiheemission erfolgte über NTTs bestehendes 10-Milliarden-Dollar-Euro-Medium-Term-Note-Programm (EMTN), das im Dezember 2025 aufgelegt wurde .
NTT hat klar kommuniziert, dass die Anleiheerlöse für den Ausbau KI-Ready Rechenzentren vorgesehen sind . Das Unternehmen plant, seine Rechenzentrumspräsenz in Nordamerika, Europa und Asien auszubauen
und sich so als führender nicht-US-amerikanischer Infrastrukturanbieter im KI-Ausbau zu positionieren.
Die Anleihe vom Juni 2026 fügt sich in eine umfassendere Kapitalstrategie ein: Am 10. Juni 2026 war NTT maßgeblich an der Gründung des „IOWN AI Fund“ beteiligt – gemeinsam mit SK Group, Chunghwa Telecom, der Development Bank of Japan und anderen. Der Fonds investiert in KI-Infrastruktur der nächsten Generation .
Die Vermarktung der Anleihe fiel mit einem bemerkenswerten Führungswechsel bei NTT zusammen. Am 18. Juni 2026 wurde Yutaka Sasaki, zuvor Präsident und CEO von NTT DATA, zum Senior Executive Vice President von NTT Inc. ernannt. Dies unterstreicht den Willen des Konzerns, die Rechenzentrums- und KI-Strategie auf Konzernebene enger zu verzahnen .
NTTs Milliarden-Anleihen sind kein Einzelfall. Die Investitionen in KI-Infrastruktur treiben einen der größten Unternehmensschuldenzyklen der modernen Geschichte an .
Die Zahlen sind gewaltig:
NTT als nicht-US-amerikanischer Schwergewicht: Anders als die US-Hyperscaler ist NTT ein japanischer Telekom-Konzern, der eine der weltweit größten Rechenzentrumsplattformen betreibt . Seine beiden Mega-Deals belegen, dass die KI-getriebene Schuldenaufnahme längst über die großen Tech-Unternehmen hinausgeht und asiatische Konzerne zu bedeutenden Akteuren auf den globalen Anleihemärkten für KI-Investitionen geworden sind
.
Analysten der UBS prognostizieren, dass die kumulierten Investitionsausgaben (Capex) der KI-Hyperscaler bis 2026 die Marke von 770 Milliarden Dollar überschreiten könnten . Morgan Stanley und JPMorgan schätzen, dass der Technologiesektor in den nächsten Jahren möglicherweise bis zu 1,5 Billionen Dollar an neuen Schulden aufnehmen muss, um KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur zu finanzieren
.
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