KI entdeckt neues, bislang unbekanntes Signal in Routine EKGs, das plötzlichen Herztod vorhersagt. Deep Learning Modell trainiert mit über 440.000 EKGs aus Schweden – verknüpft mit Todesursachendaten.

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Forschende der University of California, Berkeley, haben eine bahnbrechende Studie im Fachjournal Nature veröffentlicht . Sie zeigt: Ein speziell trainiertes Deep-Learning-Modell hat in Routine-Elektrokardiogrammen (EKG) ein völlig neues, bislang unbekanntes elektrisches Signal entdeckt
. Dieses Signal ermöglicht es, das Risiko eines plötzlichen Herztodes deutlich präziser einzuschätzen als mit allen bisherigen Standardmethoden.
Das KI-Modell analysiert feinste Wellenmuster im EKG – winzige Spannungsänderungen, die das Herz bei jedem Schlag produziert. Normale ärztliche Auswertungen und Routine-Tests können diese Muster nicht erkennen . Diese Signale scheinen direkt mit einer Fehlfunktion des elektrischen Systems des Herzens zusammenzuhängen, die einem plötzlichen Herzstillstand vorausgeht. Die genauen physiologischen Abläufe dahinter sind noch nicht vollständig verstanden; die KI hat aber offenbar ein Merkmal identifiziert, das mit dem „verhängnisvollen Aussetzen“ des Herzschlags zusammenhängt
.
Das Team um den Epidemiologen und KI-Experten Prof. Ziad Obermeyer trainierte sein Modell mit mehr als 440.000 EKGs aus Schweden. Diese Daten waren mit Todesbescheinigungen verknüpft, sodass die KI lernen konnte, welche EKG-Muster bei Menschen auftraten, die später am plötzlichen Herztod starben . Anschließend erfolgte die Validierung an tausenden unabhängigen Patientendaten aus San Diego (USA) und Taipeh (Taiwan)
. Die Ergebnisse bestätigen die hohe Zuverlässigkeit des Algorithmus über verschiedene Bevölkerungsgruppen hinweg.
Das KI-System identifiziert eine Hochrisikogruppe mit einer jährlichen Sterblichkeitsrate von 7 %. Zum Vergleich: Die aktuell besten klinischen Tests, die messen, wie viel Blut das Herz pro Schlag auswirft (Auswurffraktion), erkennen eine Hochrisikogruppe mit einer Rate von nur 4,6 % . Mit anderen Worten: Die KI entdeckt deutlich mehr Menschen, die tatsächlich gefährdet sind – und das, obwohl sie nach herkömmlichen Maßstäben als risikoarm gelten
. Dies könnte jährlich tausenden Patienten das Leben retten.
Jährlich sterben allein in den USA über 300.000 Menschen am plötzlichen Herztod – das Herz stellt seine elektrische Aktivität ohne Vorwarnung ein . Es gibt eine wirksame Therapie: implantierbare Defibrillatoren (ICD), die das Herz bei einem lebensbedrohlichen Rhythmus durch einen Elektroschock wieder in den Takt bringen. Das Problem: „Die Ärzte können nicht vorhersagen, wer einen braucht, bevor es zu spät ist“, erläutert Obermeyer
. Denn die Patienten sterben so abrupt, dass fast nie EKG-Daten unmittelbar vor dem Ereignis vorliegen; Autopsien zeigen zwar strukturelle Schäden, aber nicht das elektrische Versagen davor
.
Das Forscherteam plant, den Algorithmus in Gesundheitssystemen einzusetzen, um Ärzte bei der Entscheidung für oder gegen einen ICD zu unterstützen . Die Studie ebnet auch den Weg für neue Grundlagenforschung: Wenn man die von der KI entdeckten Signale versteht, könnte man die Mechanismen hinter plötzlichen Herzrhythmusstörungen endlich entschlüsseln
. Da EKGs weltweit in jeder Klinik und Praxis günstig und routinehaft durchgeführt werden, ist eine großflächige Anwendung des Tools denkbar – ein entscheidender Schritt, um unzählige Leben zu retten
.
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KI entdeckt neues, bislang unbekanntes Signal in Routine EKGs, das plötzlichen Herztod vorhersagt.
KI entdeckt neues, bislang unbekanntes Signal in Routine EKGs, das plötzlichen Herztod vorhersagt. Deep Learning Modell trainiert mit über 440.000 EKGs aus Schweden – verknüpft mit Todesursachendaten.
Validierung an tausenden Patientendaten aus San Diego und Taipeh [7].
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