Professor Kirstine Dale, Chief AI Officer des Met Office, betont: „Menschen verlassen sich auf unsere Warnungen. KI-basierte Vorhersagen müssen verifiziert, transparent und nachweislich für den Betrieb geeignet sein, bevor sie eingesetzt werden“ . Das übergeordnete Ziel ist es, gefährdeten Ländern frühere, genauere Warnungen zu geben, damit sie Ressourcen vor Ort sichern und Ernährungssysteme schützen können.
Laut der ENSO-Diagnosediskussion vom Juni 2026 des Climate Prediction Center (CPC) der NOAA sind nun El-Niño-Bedingungen im tropischen Pazifik vorhanden . Die Prognosewahrscheinlichkeiten sind deutlich:
Das International Research Institute (IRI) der Columbia University gab in seiner ENSO-Prognose vom Mai 2026 sogar eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit für El Niño von Mai bis Juli 2026 an .
Historische El-Niño-Vergleiche und aktuelle Analysen von Saxo Bank, der DW, Khaleej Times und der Observer Research Foundation deuten auf schwere und asymmetrische landwirtschaftliche Auswirkungen hin:
Asien-Pazifik
Amerika
Afrika
Die Anzeichen deuten auf einen deutlichen Aufwärtsdruck bei den Preisen für Grundnahrungsmittel hin. Die wichtigsten Risikobereiche sind:
Schroders beschreibt „rollende Wellen rohstoffgetriebener Inflation“, die das Risiko einer Stagflation, insbesondere in den Schwellenländern, erhöhen . Der Bericht betont, dass die Lebensmittelpreise zu einem erneuten Inflationsauslöser werden könnten, gerade wenn die Zentralbanken auf eine Lockerung ihrer Politik hoffen
.
Fitch Ratings (Juni 2026) warnt, dass ein bis Anfang 2027 anhaltender El Niño das Risiko wirtschaftlicher Störungen erhöht, insbesondere für schwächere Staaten und für hochbewertete Staaten, die einem Inflationsrisiko ausgesetzt sind. Die Agentur sagt, dass sie zwar keine direkten Ratingmaßnahmen allein aufgrund von El Niño ergreifen wird, das Phänomen aber den bestehenden Inflationsdruck durch den Nahost-Konflikt, steigende Düngemittelpreise und Lieferkettenstress verstärkt . Fitch bezieht sich dabei auf die 96-prozentige Wahrscheinlichkeit der NOAA für El Niño bis Dezember 2026/Februar 2027 und die 63-prozentige Chance auf eine ‚sehr starke‘ Einstufung
.
Fazit: Der britische Wetterdienst (Met Office) entwickelt mit AI4 Climate, AI4NWP und Projekt Aardvark aktiv KI-gestützte saisonale Vorhersagetools, um die Frühwarnung für gefährdete Länder zu verbessern. NOAA und IRI geben eine 96-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein Andauern von El Niño bis Anfang 2027 und eine 63-prozentige Chance für ein Super-El-Niño-Ereignis an. Zu den erwarteten Auswirkungen gehören schwere Dürren in Süd- und Südostasien (Reis, Palmöl, Zuckerrohr), feuchtere Bedingungen in Amerika (Kaffee- und Sojarisiken) und eine zweistellige Lebensmittelinflation. Fitch warnt vor wirtschaftlichen Störungen und erhöhtem Inflationsrisiko für Staaten; Schroders warnt vor rollenden Wellen rohstoffgetriebener Inflation, die die globale Lebensmittelinflation in den zweistelligen Bereich treiben könnte.