Die massive Überschusswarnung der IEA – Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte für den Ölmarkt eine Kehrtwende von einem der schwersten Angebotsschocks der Geschichte zu einem Überschuss von über 5,05 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2027 . Die IEA erwartet ein Angebotswachstum von rund 8 Millionen Barrel pro Tag bei einer Nachfragesteigerung von nur 2 Millionen Barrel pro Tag, angetrieben durch die Wiederaufnahme der Golf-Förderung und die nachlassende Nachfrage Chinas
.
Das Friedensabkommen ist ein vorläufiger Rahmen, keine dauerhafte Lösung. Am 19. Juni, dem Tag der formellen Unterzeichnung des MOU in der Schweiz, wurden die geplanten Folgetreffen zwischen den USA und dem Iran kurzfristig abgesagt . Vizepräsident JD Vance sollte nach Genf reisen, um iranische Unterhändler zu treffen, doch das Treffen wurde nach israelischen Operationen gegen den Libanon abgesagt
. Der Brent-Preis zog daraufhin leicht an, schloss die Woche aber dennoch mit einem Verlust von etwa 8–9 Prozent
.
Der Iran stellte anschließend Bedingungen für die künftige Nutzung der Straße von Hormuz . Der iranische Parlamentssprecher erklärte im Staatsfernsehen, die Meerenge werde nach der 60-tägigen Waffenruhe „nicht zu den Vorkriegsbedingungen zurückkehren“
. Die gesamte Region bleibt angespannt: Israel und die Hisbollah einigten sich am selben Tag auf eine separate Waffenruhe, aber der Weg zu einer dauerhaften US-Iran-Lösung ist ungewiss
.
Kriegsbedingte Störungen gelten für die mittelfristigen Angebots- und Nachfragebilanzen weithin als beendet. Die physischen und finanziellen Barrieren, die Millionen Barrel vom Markt fernhielten, wurden auf politischer Ebene beseitigt. Analysten warnen jedoch, dass die Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz Zeit brauchen wird und die physischen Rohölmärkte bis zum Sommer angespannt bleiben könnten, bevor das volle Gewicht der zurückkehrenden Lieferungen spürbar wird .
Die entscheidende Spannung besteht nun zwischen der unmittelbaren physischen Knappheit (als Nachwirkung des Krieges) und dem drohenden strukturellen Überschuss (der IEA-Prognose für 2027). Der Zusammenbruch der Backwardation und die Flucht der Hedgefonds deuten darauf hin, dass der Markt bereits die Angebotsnormalisierung einpreist, nicht die verbleibenden Engpässe.