Düsen-Drohnen Geran-3, Geran-4 und Geran-5. Die Geran-3 – eine lokale Kopie des iranischen Shahed-238 mit einem Mantelstromtriebwerk – tauchte erstmals im Juni 2025 in russischen Angriffen auf . Sie erreicht Geschwindigkeiten von 350 bis 550 km/h und eine Reichweite von rund 1.500 km
. Der ukrainische Militärnachrichtendienst (DIU) geht davon aus, dass Russland den Anteil der Düsen-Drohnen auf 50 % der Gesamtproduktion hochfahren will
. Anfang 2026 startete Russland bereits über 1.400 Angriffe mit Jet-Gerans – ein achtfacher Anstieg gegenüber dem gesamten Jahr 2025
. Auch die Varianten Geran-4 und Geran-5 sind inzwischen im Einsatz
.
KI-gesteuerte Drohnen mit autonomer Flucht. Russland hat vermutlich erstmals vollautonome Kampfdrohnen an der Front eingesetzt. Ukrainische technische Analysen abgefangener V2U-Drohnen ergaben, dass keinerlei Kommunikationskomponenten für eine Pilotensteuerung vorhanden waren – die KI wählt das Ziel und steuert die Drohne autonom . Das Institute for the Study of War (ISW) berichtet, dass Russland zunehmend KI und maschinelles Lernen in Aufklärungs- und Kampfdrohnen integriert, um autonome Navigation, Zielerkennung und Ausweichmanöver gegen elektronische Gegenmaßnahmen zu ermöglichen
. Diese Drohnen können in niedrigen Flughöhen operieren, um dem Radar zu entgehen, und ein Ziel ohne menschlichen Piloten anvisieren
.
Täuschkörper und Sättigungstaktiken. Russland setzt zunehmend Attrappen-Drohnen ein, die gemeinsam mit echten Shaheds angreifen, um die ukrainischen Verteidiger zu überfordern . Zudem nutzt es Starlink-Terminals zur manuellen Steuerung von BM-35-Kampfdrohnen, was eine zusätzliche taktische Flexibilität schafft
.
Die Ukraine baut ein mehrschichtiges „kleines Luftverteidigungssystem“ auf. Die Basis: schnell iterierte, günstige Abfangdrohnen, KI-gestützte Zielerfassung und die Möglichkeit, die Flugkörper aus Tausenden Kilometern Entfernung zu steuern.
Rekordproduktion und -einsatz. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 erhielt die Ukraine doppelt so viele Abfangdrohnen wie im gesamten Jahr 2025 . Allein im März 2026 schossen die Abfangjäger über 33.000 russische UAVs verschiedener Typen ab
. Die ukrainischen „Klein-Luftverteidigungseinheiten“ – bestehend aus FPV-Interceptoren und Hubschrauberteams – vernichteten im April 2026 mehr als 2.100 russische Luftziele
.
KI-gestützte Interceptoren. Die Ukraine hat den P-Sun Long (P1-Sun) in Dienst gestellt – einen KI-gestützten Abfangjäger, der speziell darauf ausgelegt ist, Shahed-artige Drohnen zu erkennen und zu zerstören . Ukrainische Verteidigungsbeamte erklären, dass neuronale Netze es diesen Drohnen ermöglichen, die russische Luftabwehr zu umgehen, Ziele zu identifizieren und Täuschkörper von echten Drohnen zu unterscheiden
.
Neue experimentelle Systeme im Überblick:
Auch in der Offensive: KI gegen die russische Flugabwehr. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte, dass ukrainische KI-gesteuerte Angriffsdrohnen neuronale Netze nutzen, um die russische elektronische Kampfführung (EW) in einer Tiefe von über 50 km hinter der Frontlinie zu umgehen – sie stören oder täuschen die russischen Navigations- und Radarsysteme .
Zu pro-ukrainischen Partisanenaktionen gegen russische Drohnenfabriken liegen in den aktuell ausgewerteten Quellen keine spezifischen, unabhängig bestätigten Berichte vor.
Die für diese Analyse durchsuchten Quellen decken die russischen Anpassungen und den ukrainischen Ausbau der Abfangjäger-Flotte detailliert ab. Sie enthalten jedoch keine bestätigten Meldungen oder offiziellen Stellungnahmen über Partisanenanschläge auf Drohnenfabriken, Fließbänder oder Lieferketten in Russland. Das schließt nicht aus, dass solche Operationen stattgefunden haben – der ukrainische Widerstand und der Militärnachrichtendienst GUR haben während des gesamten Krieges immer wieder Sabotageakte gegen russische Rüstungsziele in der Tiefe durchgeführt. Der aktuelle Suchzeitraum lieferte jedoch keine verifizierten Belege .
Klar ist: Die Ukraine verfolgt eine systematische Strategie, russische EW- und Radarstellungen weit hinter der Front zu treffen, um die Fähigkeit Russlands zur Abwehr ukrainischer Drohnen zu schwächen . Sabotage in der russischen Produktion wäre eine logische Erweiterung dieser Strategie, bleibt aber auf Basis der vorliegenden Quellen ohne direkte Bestätigung.
Anmerkung: Die Quellen beziehen sich auf Ereignisse und Entwicklungen bis Mitte Juni 2026.
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