Forschende der University of Washington haben im Juni 2026 in Science eine neue Art von Hirnwellen beschrieben, die sich wie ein Wirbel über Raum und Zeit drehen. Diese Spiralwellen entstehen im somatosensorischen Kortex – dem Areal, das Berührung, Körperposition und Muskelgefühl verarbeitet.

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Hier ist das vollständige Bild basierend auf der Studie, die am 18. Juni 2026 in Science von Zhiwen Ye, Nick Steinmetz und Kollegen an der University of Washington School of Medicine veröffentlicht wurde.
Das Team hat eine neue Klasse von wandernden Hirnwellen identifiziert, die sich physisch über Raum und Zeit drehen – anders als die bisher beschriebenen ebenen (planaren) Wellen. Diese wirbelartigen Spiralwellen entstehen am häufigsten im somatosensorischen Kortex – der Region, die Berührung, Körperposition und Muskelgefühl verarbeitet .
Die spiralförmige Bewegung wird durch eine feste anatomische Architektur angetrieben: Neuronen im sensorischen Kortex, deren Axone physisch im Kreis angeordnet sind und so eine „Karussell“-Anordnung bilden. Diese kreisförmige Verdrahtung fungiert wie eine Spur, die die elektrischen Signale beim Ausbreiten in ein rotierendes Spiralmuster lenkt . Das Team beobachtete dies mittels kortexweiter Bildgebung und großflächiger Elektrophysiologie bei Mäusen.
Die rotierenden Wellen bleiben nicht auf eine Stelle beschränkt. Die wichtigsten Erkenntnisse:
Die Forscher vermuten, dass diese rotierenden Wellen als raumzeitlicher Taktgeber fungieren, der die Abfolge von Empfindung und darauffolgender Handlung festlegt . Konkrete Belege:
Die Forscher haben noch nicht geklärt, ob rotierende Wanderwellen bei anderen Spezies, einschließlich des Menschen, in gleichem Maße global koordiniert sind wie bei Mäusen . Allerdings haben unabhängige frühere Arbeiten spiralartige Wellenmuster im menschlichen Kortex mittels fMRI (Nature Human Behaviour, 2023) und bei menschlichen Gedächtnisaufgaben (Nature Communications, 2026) nachgewiesen, sodass das Phänomen wahrscheinlich nicht nur bei Nagetieren vorkommt – ob jedoch derselbe kreisförmige anatomische Schaltkreis im somatosensorischen Kortex ihn beim Menschen antreibt, bleibt unbekannt
.
Fazit: Die UW-Studie liefert die erste mechanistische Erklärung, wie Spiralhirnwellen aus einer kreisförmigen neuronalen Architektur entstehen, wie sie sich über das gesamte Gehirn synchronisieren und wie sie als Zeitgebermechanismus zur Verknüpfung von Empfindung und Handlung dienen könnten. Ob dieser spezifische Schaltkreis auch im menschlichen Gehirn existiert, ist die entscheidende offene Frage.
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Forschende der University of Washington haben im Juni 2026 in Science eine neue Art von Hirnwellen beschrieben, die sich wie ein Wirbel über Raum und Zeit drehen.
Forschende der University of Washington haben im Juni 2026 in Science eine neue Art von Hirnwellen beschrieben, die sich wie ein Wirbel über Raum und Zeit drehen. Diese Spiralwellen entstehen im somatosensorischen Kortex – dem Areal, das Berührung, Körperposition und Muskelgefühl verarbeitet.
Die rotierende Bewegung wird durch eine feste anatomische Struktur ermöglicht: Die Axone der Neuronen sind buchstäblich kreisförmig angeordnet, wie ein „Karussell“.