Ihre Kernbotschaft: Der Energieschock wird noch Jahre brauchen, um vollständig durch die Weltwirtschaft zu wirken.
Am 15. Juni veröffentlichte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva einen Blogbeitrag, in dem sie erklärte, der Fonds bleibe wegen der Folgen des Nahostkriegs auf höchster Alarmstufe . Sie warnte, dass sich die Energieversorgung selbst nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz nur langsam erholen werde .
Die Weltwirtschaft habe den Schock bislang gut weggesteckt, so Georgieva, doch ‚Rohstoffpreise, Inflation und Inflationserwartungen sowie die Finanzierungsbedingungen seien betroffen – aber noch nicht in einer Weise, die eine globale Verlangsamung signalisiere‘ .
Bereits im April 2026 hatte der IWF gewarnt, dass der Iran-Krieg das globale Wachstum deutlich bremsen werde . Im Weltwirtschaftsausblick (WEO) ging der Fonds damals von einem Rückgang des globalen Wachstums von 3,4 % (2025) auf 3,1 % (2026) aus – in einem Worst-Case-Szenario sogar auf nur 2,0 % .
Mit der Unterzeichnung des vorläufigen Abkommens schlug Georgieva einen verhalten optimistischen, aber realistischen Ton an: Die Energiewende werde schrittweise, nicht sofort erfolgen .
Die Europäische Zentralbank hob am 11. Juni ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte an. Der Einlagensatz stieg von 2,00 % auf 2,25 % . Es war die erste Zinserhöhung seit September 2023 und ein klarer Kurswechsel nach einer langen Pause mit vier Zinssenkungen zwischen Juni und Dezember 2024 .
Warum die Erhöhung? Die Währungshüter reagierten auf den Inflationsdruck, der durch den Iran-Krieg angeheizt wurde. Die EZB erklärte ausdrücklich: ‘Der Krieg im Nahen Osten erzeugt Inflationsdruck.‘ Die Inflationsrate im Euroraum war im Mai 2026 auf 3,2 % gestiegen, nach 3,0 % im April .
Finanzmärkte werteten den Schritt als möglicherweise erste von drei Zinserhöhungen bis zum Frühjahr 2027 .
| Jahr | Gesamtinflation (Juni-Prognose) | Gesamtinflation (März-Prognose) | Kerninflation (ohne Energie & Nahrung) |
|---|---|---|---|
| 2026 | 3,0 % | 2,6 % | 2,5 % |
| 2027 | 2,3 % | 2,0 % | 2,5 % |
| 2028 | 2,0 % | — | 2,2 % |
Die Gesamtinflation soll laut den neuen Projektionen erst 2028 wieder das EZB-Ziel von 2 % erreichen . Die Kerninflation – die schwankungsanfällige Posten wie Energie und Lebensmittel ausklammert – bleibt mit 2,5 % in den Jahren 2026 und 2027 hartnäckig hoch und fällt erst 2028 auf 2,2 % .
Die Scotiabank kommentierte, die Prognose für die Kerninflation 2027 sei um 0,3 Prozentpunkte auf 2,5 % angehoben worden – dies spiegele stärkere Folgewirkungen der Energiepreise auf die Gesamtwirtschaft wider. Die EZB senkte zugleich ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8 % (nach 0,9 % im März) – ein deutlicher Hinweis auf den Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung .
Der Ölmarkt erlebte im Juni 2026 dramatische Schwankungen – bedingt durch die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Kriegsbedingter Anstieg: Am 1. Juni legte die Sorte Brent um mehr als 4,2 % auf rund 94,98 US-Dollar pro Barrel zu, nachdem sich die Verhandlungen schwierig gestalteten . US-Öl (WTI) stieg sogar um über 5 % auf rund 92,16 Dollar .
Ankündigung des Abkommens: Am 14. Juni – dem Tag der Verkündung des vorläufigen Friedens – brachen die Ölpreise ein. Brent fiel um 4,1 % auf 83,75 Dollar, WTI um 4,7 % auf 80,87 Dollar .
Weitere Abwärtsbewegung: Bis zum 16./17. Juni gab Brent weiter nach auf rund 78,24 Dollar pro Barrel – der tiefste Stand seit dem 3. März, kurz nach Kriegsbeginn . WTI schloss am 16. Juni bei 76,05 Dollar .
Wiedereröffnung der Straße von Hormuz: Die Wasserstraße, die seit Kriegsbeginn am 28. Februar faktisch geschlossen war, soll bis Ende der Woche (19. Juni) wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden . Das Abkommen sieht eine gebührenfreie Durchfahrt vor – durch die Meerenge fließt normalerweise fast ein Fünftel des weltweiten Ölhandels .
Allmähliche Erholung: Trotz des raschen Preisrückgangs warnen Analysten und der IWF, dass die vollständige Wiederherstellung der Energieströme Monate dauern werde. Die US-Energiebehörde EIA geht in ihrem Juni-Ausblick davon aus, dass die Hormuz-Lieferungen im dritten Quartal 2026 wieder anlaufen, der Verkehr aber ‚mehrere Monate brauchen wird, um das Vorkriegsniveau zu erreichen‘ . IWF-Chefin Georgieva schloss sich dieser Einschätzung an .
Sowohl der IWF als auch die EZB heben die Gefahr hervor, dass der Energiepreisschock in die Inflationserwartungen einsickern könnte – was Ökonomen als ‚Zweitrundeneffekte‘ bezeichnen.
Die Anhebung der Kerninflationsprognose der EZB für 2026 und 2027 – selbst bei moderateren Energiepreisen – zeigt die Sorge, dass der Schock auf Löhne, Dienstleistungen und Güterpreise übergreift . Die Scotiabank fasste zusammen: Die Kernbotschaft der EZB sei, dass der Energieschock nun als dauerhafter eingeschätzt wird .
Der IWF hatte in seinen April-Briefings bereits modelliert, dass ein 10-prozentiger Anstieg der Energiepreise über ein Jahr die globale Inflation um 40 Basispunkte nach oben treiben und das Wirtschaftswachstum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte senken würde .
Das US-Iran-Abkommen hat das akute Extremrisiko für die globalen Energiemärkte gebannt. Doch die wirtschaftlichen Folgen des Krieges werden sich nur langsam auflösen. Die Zinserhöhung und die angehobenen Inflationsprognosen der EZB unterstreichen die Hartnäckigkeit der energiegetriebenen Teuerung im Euroraum. Der IWF wiederum bleibt in höchster Alarmbereitschaft – ein klares Signal, dass auch ein günstiger Waffenstillstand erhebliche wirtschaftliche Schäden hinterlässt.
Für Anleger, Unternehmen und Notenbanken sind die nächsten Ecktermine die formelle Unterzeichnung des Abkommens (geplant für den 19. Juni), das Tempo der Hormuz-Wiederbelebung und die nächste EZB-Sitzung. Die Märkte preisen bereits zwei weitere Zinserhöhungen bis zum Frühjahr 2027 ein .
Ihre Kernbotschaft: Der Energieschock wird noch Jahre brauchen, um vollständig durch die Weltwirtschaft zu wirken.
Am 15. Juni veröffentlichte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva einen Blogbeitrag, in dem sie erklärte, der Fonds bleibe wegen der Folgen des Nahostkriegs auf höchster Alarmstufe . Sie warnte, dass sich die Energieversorgung selbst nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz nur langsam erholen werde .
Die Weltwirtschaft habe den Schock bislang gut weggesteckt, so Georgieva, doch ‚Rohstoffpreise, Inflation und Inflationserwartungen sowie die Finanzierungsbedingungen seien betroffen – aber noch nicht in einer Weise, die eine globale Verlangsamung signalisiere‘ .
Bereits im April 2026 hatte der IWF gewarnt, dass der Iran-Krieg das globale Wachstum deutlich bremsen werde . Im Weltwirtschaftsausblick (WEO) ging der Fonds damals von einem Rückgang des globalen Wachstums von 3,4 % (2025) auf 3,1 % (2026) aus – in einem Worst-Case-Szenario sogar auf nur 2,0 % .
Mit der Unterzeichnung des vorläufigen Abkommens schlug Georgieva einen verhalten optimistischen, aber realistischen Ton an: Die Energiewende werde schrittweise, nicht sofort erfolgen .
Die Europäische Zentralbank hob am 11. Juni ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte an. Der Einlagensatz stieg von 2,00 % auf 2,25 % . Es war die erste Zinserhöhung seit September 2023 und ein klarer Kurswechsel nach einer langen Pause mit vier Zinssenkungen zwischen Juni und Dezember 2024 .
Warum die Erhöhung? Die Währungshüter reagierten auf den Inflationsdruck, der durch den Iran-Krieg angeheizt wurde. Die EZB erklärte ausdrücklich: ‘Der Krieg im Nahen Osten erzeugt Inflationsdruck.‘ Die Inflationsrate im Euroraum war im Mai 2026 auf 3,2 % gestiegen, nach 3,0 % im April .
Finanzmärkte werteten den Schritt als möglicherweise erste von drei Zinserhöhungen bis zum Frühjahr 2027 .
| Jahr | Gesamtinflation (Juni-Prognose) | Gesamtinflation (März-Prognose) | Kerninflation (ohne Energie & Nahrung) |
|---|---|---|---|
| 2026 | 3,0 % | 2,6 % | 2,5 % |
| 2027 | 2,3 % | 2,0 % | 2,5 % |
| 2028 | 2,0 % | — | 2,2 % |
Die Gesamtinflation soll laut den neuen Projektionen erst 2028 wieder das EZB-Ziel von 2 % erreichen . Die Kerninflation – die schwankungsanfällige Posten wie Energie und Lebensmittel ausklammert – bleibt mit 2,5 % in den Jahren 2026 und 2027 hartnäckig hoch und fällt erst 2028 auf 2,2 % .
Die Scotiabank kommentierte, die Prognose für die Kerninflation 2027 sei um 0,3 Prozentpunkte auf 2,5 % angehoben worden – dies spiegele stärkere Folgewirkungen der Energiepreise auf die Gesamtwirtschaft wider. Die EZB senkte zugleich ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8 % (nach 0,9 % im März) – ein deutlicher Hinweis auf den Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung .
Der Ölmarkt erlebte im Juni 2026 dramatische Schwankungen – bedingt durch die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Kriegsbedingter Anstieg: Am 1. Juni legte die Sorte Brent um mehr als 4,2 % auf rund 94,98 US-Dollar pro Barrel zu, nachdem sich die Verhandlungen schwierig gestalteten . US-Öl (WTI) stieg sogar um über 5 % auf rund 92,16 Dollar .
Ankündigung des Abkommens: Am 14. Juni – dem Tag der Verkündung des vorläufigen Friedens – brachen die Ölpreise ein. Brent fiel um 4,1 % auf 83,75 Dollar, WTI um 4,7 % auf 80,87 Dollar .
Weitere Abwärtsbewegung: Bis zum 16./17. Juni gab Brent weiter nach auf rund 78,24 Dollar pro Barrel – der tiefste Stand seit dem 3. März, kurz nach Kriegsbeginn . WTI schloss am 16. Juni bei 76,05 Dollar .
Wiedereröffnung der Straße von Hormuz: Die Wasserstraße, die seit Kriegsbeginn am 28. Februar faktisch geschlossen war, soll bis Ende der Woche (19. Juni) wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden . Das Abkommen sieht eine gebührenfreie Durchfahrt vor – durch die Meerenge fließt normalerweise fast ein Fünftel des weltweiten Ölhandels .
Allmähliche Erholung: Trotz des raschen Preisrückgangs warnen Analysten und der IWF, dass die vollständige Wiederherstellung der Energieströme Monate dauern werde. Die US-Energiebehörde EIA geht in ihrem Juni-Ausblick davon aus, dass die Hormuz-Lieferungen im dritten Quartal 2026 wieder anlaufen, der Verkehr aber ‚mehrere Monate brauchen wird, um das Vorkriegsniveau zu erreichen‘ . IWF-Chefin Georgieva schloss sich dieser Einschätzung an .
Sowohl der IWF als auch die EZB heben die Gefahr hervor, dass der Energiepreisschock in die Inflationserwartungen einsickern könnte – was Ökonomen als ‚Zweitrundeneffekte‘ bezeichnen.
Die Anhebung der Kerninflationsprognose der EZB für 2026 und 2027 – selbst bei moderateren Energiepreisen – zeigt die Sorge, dass der Schock auf Löhne, Dienstleistungen und Güterpreise übergreift . Die Scotiabank fasste zusammen: Die Kernbotschaft der EZB sei, dass der Energieschock nun als dauerhafter eingeschätzt wird .
Der IWF hatte in seinen April-Briefings bereits modelliert, dass ein 10-prozentiger Anstieg der Energiepreise über ein Jahr die globale Inflation um 40 Basispunkte nach oben treiben und das Wirtschaftswachstum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte senken würde .
Das US-Iran-Abkommen hat das akute Extremrisiko für die globalen Energiemärkte gebannt. Doch die wirtschaftlichen Folgen des Krieges werden sich nur langsam auflösen. Die Zinserhöhung und die angehobenen Inflationsprognosen der EZB unterstreichen die Hartnäckigkeit der energiegetriebenen Teuerung im Euroraum. Der IWF wiederum bleibt in höchster Alarmbereitschaft – ein klares Signal, dass auch ein günstiger Waffenstillstand erhebliche wirtschaftliche Schäden hinterlässt.
Für Anleger, Unternehmen und Notenbanken sind die nächsten Ecktermine die formelle Unterzeichnung des Abkommens (geplant für den 19. Juni), das Tempo der Hormuz-Wiederbelebung und die nächste EZB-Sitzung. Die Märkte preisen bereits zwei weitere Zinserhöhungen bis zum Frühjahr 2027 ein .