Für HPE ist Siemens Energy ein Paradebeispiel dafür, dass Konzerne mit strengen Anforderungen an Datensouveränität und extrem niedrige Latenzzeiten – wie sie bei komplexen Simulationen üblich sind – zunehmend auf dedizierte Private Clouds setzen, anstatt sich allein auf öffentliche Hyperscaler zu verlassen. Der deutsche Energieriese wird so zum Aushängeschild für eine Strategie, die das Netzwerk zum Rückgrat moderner Industrie-KI macht.
Das Thema Vernetzung dominierte den Produktreigen der Discover 2026. HPE stellte zwei neue Juniper-Networking-Switches der QFX-Serie vor und integrierte das Juniper-Portfolio direkt in die „AI Data Center Solutions", um eine „vollintegrierte, KI-native Infrastruktur mit proaktivem Betrieb" zu schaffen .
Beide Switches sind ab sofort als Teil der „HPE AI Factory" verfügbar und können über den Data Center Director verwaltet werden – ein Zeichen für die tiefere Integration von HPEs Rechen- und Netzwerkangeboten .
Das Netzwerk-Arsenal wurde zudem um weitere Komponenten ergänzt:
Auch das Herzstück der KI-Infrastruktur wurde für die Ära agentischer Arbeitslasten modernisiert. Das HPE AI Factory-Portfolio ist nun mit Juniper-Netzwerken integriert und wurde im Rahmen des NVIDIA Cloud Partner-Programms als zertifizierungsfähig für den „NVIDIA Cloud Provider" anerkannt, was Cloud-Dienstleistern die Validierung erleichtert .
Die „HPE Private Cloud AI" erhielt Verbesserungen für agentische KI, die unter anderem die Beobachtbarkeit und Effizienz solcher Anwendungen erhöhen. Zudem wurde das NVIDIA Agent Toolkit – mit den offenen Nemotron-Modellen, NemoClaw und OpenShell – in den Private-Cloud-AI-Stack aufgenommen . Um die Praxistauglichkeit zu untermauern, testet HPE derzeit gemeinsam mit Accenture agentische KI-Workflows auf Basis von Accentures AI Refinery mit NVIDIA, die auf der HPE Private Cloud AI laufen und erste Anwendungsfälle in Beschaffung und Risikoanalyse abdecken
.
Auf der Hardware-Seite unterstützen neue GPU-Server-Optionen die neuesten NVIDIA Vera CPU- und Blackwell Ultra-Architekturen, etwa im HPE ProLiant Compute XD685 mit Direkt-Flüssigkeitskühlung .
HPE-CEO Antonio Neri nutzte seine Keynote, um alle Einzelankündigungen unter ein großes, ambitioniertes Dach zu stellen: das „agentische Unternehmen" . In diesem Modell sind es nicht mehr nur Menschen oder starre Automatisierungen, sondern zunehmend KI-Agenten, die den Betrieb im gesamten Unternehmen steuern. Das Netzwerk wird zur fundamentalen Schicht, weil es GPUs, Inferenzcluster, Edge-Geräte und Nutzer zu einem einzigen, KI-gesteuerten Gewebe verbindet.
Diese Vision fußt auf der übergreifenden Strategie von selbstfahrenden Netzwerken, die KI-native, autonome Betriebsabläufe von KI-Fabriken auf Rechenzentren, Campus- und Zweigstellenumgebungen ausweitet . Neue AIOps-Funktionen (Künstliche Intelligenz für IT-Betrieb) nutzen agentische Logik, um Fehlersuche zu verkürzen, und selbstheilende Automatismen in Aruba Central ermöglichen es dem Netzwerk, Probleme ohne menschliches Eingreifen zu beheben
. Kurz gesagt: HPE wettet darauf, dass diejenigen Unternehmen im KI-Zeitalter gewinnen, deren Infrastruktur sich selbst managen, optimieren und reparieren kann.
Die Botschaft der HPE Discover 2026 war unmissverständlich: Netzwerke sind kein Nebendarsteller in der KI-Infrastruktur mehr. Sie sind die Bühne, auf der das agentische Unternehmen entstehen wird.