Dieses Anzeigenformat, das DeepDive bereits auf Verlagsseiten einsetzt, ist laut Taboola die konversionsstärkste Werbeeinheit, die das Unternehmen je entwickelt hat . Die so erzielten Werbeerlöse fließen dann an drei Parteien:
Diese Dreier-Konstellation ist für Taboola kein Neuland. Das Unternehmen arbeitet bereits mit 9.000 Verlagspartnern zusammen, erreicht täglich 600 Millionen aktive Nutzer und zahlte im Vorjahr 1,5 Milliarden US-Dollar allein an seine Verlagspartner aus .
Die neue Plattform ist keine isolierte Entwicklung, sondern die logische Erweiterung von DeeperDive. Die generative KI-Antwortmaschine, die Taboola erstmals im September 2025 vorstellte, ist direkt auf Verlagsseiten eingebettet und verwandelt redaktionelle Archive in interaktive Erlebnisse . Stellt ein Leser eine Frage, generiert die KI eine Antwort, die sich ausschließlich aus den Inhalten dieses Verlags speist – und platziert nahtlos eine native Anzeige in der Antwort
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Das Herzstück der Monetarisierung ist Realize, Taboolas Performance-Marketing-Plattform. Sie verknüpft die Anzeigenplätze in den KI-Antworten mit dem riesigen Netzwerk aus zehntausenden Werbekunden und stellt sicher, dass stets zahlende Nachfrage vorhanden ist . Um Werbekunden noch stärker einzubinden, setzt Taboola zudem auf agentenbasierte KI mit Realize+, einem System zur automatisierten Kampagnensteuerung, und Abby, einem generativen KI-Assistenten, mit dem Werbetreibende per Chat ihre Kampagnen aufsetzen und verwalten können
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Taboolas Angebot an die KI-Branche basiert nicht auf vagen Versprechungen, sondern auf handfesten Ergebnissen. Seit dem Start im September 2025 hat DeepDive eine beeindruckende Entwicklung hingelegt:
Der Erfolg war jedoch kein Selbstläufer. Anfangs lag die Nutzungsrate unter einem Prozent. Der Durchbruch gelang, als Taboola die Chat-Leiste mit personalisierten „Für Dich“-Vorschlägen versah, die aus den Browserverläufen der Nutzer generiert wurden – Daten, auf die das Unternehmen durch seine 9.000 Verlagsplattformen ohnehin Zugriff hatte .
Taboolas Ankündigung fiel in eine Woche, die wie unter einem Brennglas die tektonischen Verschiebungen in der KI-Monetarisierung offenbarte. Nur einen Tag zuvor, am 15. Juni 2026, hatte AWS seine neue KI-Traffic-Monetarisierung über die Web Application Firewall (WAF) vorgestellt . Diese erlaubt es Inhalteanbietern, einen Preis für den Zugriff durch KI-Bots und -Agenten festzulegen, diesen abzurechnen und die Zahlung direkt an der Netzwerkgrenze („am Edge“) einzuziehen. Ruft ein Bot eine geschützte Ressource ab, sendet das System den HTTP-Statuscode 402 „Zahlung erforderlich“ zurück – eine digitale Mautstelle für KI-Agenten
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Vorreiter dieses Modells ist jedoch Cloudflare. Seit Juli 2025 blockiert das Unternehmen bei Neukunden standardmäßig KI-Crawler und hat einen „Pay Per Crawl“-Marktplatz geschaffen . Im Mai 2026 aktivierte Cloudflare die konfigurierbaren 402-Antworten für alle zahlenden Kunden. Laut eigenen Angaben generiert das Netzwerk täglich rund eine Milliarde solcher 402-Antworten – ein massives Signal an die Betreiber von KI-Bots, dass die Zeit des kostenlosen Crawlens vorbei ist
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Diese parallelen Entwicklungen verdeutlichen eine fundamentale Branchenspaltung:
Beide Modelle sind eine Reaktion auf denselben wirtschaftlichen Druck. Da KI-generierte Antworten zunehmend klassische Suchergebnisseiten ersetzen, brechen den Verlagen die organischen Klicks weg. Eine Studie von Seer Interactive aus dem November 2025 hatte ergeben, dass die organischen Klickraten bei Suchanfragen mit KI-Übersichten um 61 % einbrachen – und die bezahlten Klickraten im selben Zeitraum sogar um 68 % . Das Werbenetzwerk-Modell im KI-Dialog ist der großangelegte Versuch, diesen verlorenen Umsatz für die Verlage zurückzugewinnen und gleichzeitig einen Monetarisierungspfad für die KI-Plattformen selbst zu schaffen.