Das Prinzip: Werbetreibende können eine flexiblere ROAS-Toleranz festlegen – einen Prozentwert, um den der Ziel-ROAS abgesenkt werden darf. So erhält Googles KI den nötigen Spielraum, um auf weniger offensichtliche, aber potenziell konvertierende Suchanfragen zu bieten, die ein strikter Zielwert ansonsten ausschließen würde. Das Ergebnis sind nach internen Daten von Google (März–April 2025) durchschnittlich 18 % mehr unique search query categories mit Conversions und ein Anstieg der gesamten Conversions um 19 % für Kampagnen, die die Funktion nutzen .
Diese Ausweitung ist vor allem deshalb bedeutend, weil Performance-Max-Kampagnen in der Vergangenheit nur begrenzte Einblicke in die Herkunft der Conversions boten. Durch die kontrollierte Lockerung der ROAS-Vorgaben können Werbetreibende nun Nachfrage aus breiteren, weniger vorhersehbaren Traffic-Quellen abschöpfen, ohne täglich manuell die Zielwerte anpassen zu müssen .
Der Promotion Mode ist eine neue Beta-Funktion für zeitlich befristete, geplante Anpassungen von Geboten und Budgets während Hochfrequenzphasen – etwa bei Flash Sales, saisonalen Aktionen oder Produkteinführungen. Werbetreibende legen ein Start- und Enddatum fest. Innerhalb dieses Zeitraums kann Google die ROAS-Toleranz temporär modifizieren und ein zusätzliches tägliches Budget oben auf die bestehenden Kampagnenausgaben aufschlagen .
Der Modus ist sowohl mit klassischen Tagesbudgets als auch mit Kampagnen-Gesamtbudgets kompatibel. Das bedeutet, dass auch Werbetreibende mit fixen Ausgabenrahmen ihre Performance in entscheidenden Momenten gezielt beschleunigen können . Die Beta ist aktuell für Such- und Performance-Max-Kampagnen verfügbar
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Damit löst Google ein altbekanntes Workflow-Problem: Bislang mussten Werbetreibende manuell vor einem Event die Ziele anpassen und später daran denken, die Änderungen wieder rückgängig zu machen. Der Promotion Mode verpackt diesen gesamten Zyklus in eine terminbasierte Konfiguration und reduziert so das Risiko von versehentlichen Mehrausgaben oder verpassten Chancen nach Ablauf des Aktionszeitraums.
Die weitreichendste technische Änderung tritt am 17. August 2026 in Kraft. An diesem Tag aktualisiert Google seine Gebotsmaschine, um budgetlimitierte Kampagnen anders zu behandeln. Kampagnen mit Ziel-CPA-, Ziel-ROAS- oder Ziel-CPC-Strategien, deren Ausgaben regelmäßig durch das Tagesbudget gedeckelt werden, werden nach dem Stichtag so optimiert, dass ihre tatsächliche Performance zuverlässiger den vorgegebenen Zielen entspricht .
Die praktische Konsequenz: Kampagnen, die historisch durch den Budgetdruck ihre Ziele verfehlt oder übererfüllt haben, werden diese Lücke schließen. Allerdings kann das auch bedeuten, dass Werbetreibende ihre Ziele vorab justieren sollten, damit die neue Optimierung nicht unbeabsichtigt das Volumen reduziert oder früh am Tag zu viel Budget verbraucht.
Um diese Prüfung zu erleichtern, stellt Google am 6. Juli 2026 ein Bid Target Adjustment Tool bereit. Das Tool wird Benachrichtigungen und Empfehlungen direkt in der Google-Ads-Oberfläche anzeigen. Es stellt die historische Kampagnenleistung dar und unterbreitet dazu passende Vorschläge für Zielwertanpassungen, sodass Werbetreibende ihren gewünschten Ansatz noch vor der Umstellung am 17. August festlegen können . Die Google-Hilfeseiten weisen explizit darauf hin, dass Nutzer ab dem 6. Juli eine Benachrichtigung sehen werden, die sie zu diesem Tool führt
.
Das Tool bietet drei grundlegende Optionen: die historischen Ziele wie gehabt beibehalten, sie anpassen, um ein gewünschtes CPA- oder ROAS-Niveau zu halten, oder eine individuelle Anpassung basierend auf den eigenen Geschäftszielen vornehmen .
Diese Updates sind keine isolierten Einzelfunktionen – sie interagieren miteinander. Eine Shopping-Kampagne, die mit Smart Bidding Exploration ihre Reichweite erhöht, könnte während eines saisonalen Peaks zusätzlich den Promotion Mode nutzen und dann auf die geänderte Ausgabensteuerung ab dem 17. August treffen. Die Reihenfolge ist entscheidend.
Alle drei Ankündigungen unterstreichen Googles breiter angelegten Kurs in Richtung einer KI-gesteuerten Budgetverwaltung. Starre manuelle Kontrollen werden ersetzt durch Toleranzkorridore, terminierte Overrides und eine systembasierte Ausgabensteuerungslogik. Daten aus dem ersten Quartal 2026 belegen bereits, dass tROAS Smart Bidding den manuellen CPC im Branchendurchschnitt um 38 % übertrifft . Diese aktuellen Updates dürften diesen Abstand weiter vergrößern.
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