Die breitere Europäische Union (EU-27) erlebte eine ähnliche Entwicklung. Ihre Handelsbilanz drehte von einem Überschuss von 7,3 Mrd. Euro im April 2025 auf ein Defizit von 7,1 Mrd. Euro im April 2026 . Dies setzt einen Trend fort, der sich bereits im ersten Quartal 2026 abzeichnete: Der EU-Überschuss hatte sich im Vergleich zum Vorquartal bereits auf 12,7 Mrd. Euro halbiert (von 23,6 Mrd. Euro in Q4 2025)
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Die vorläufige April-Veröffentlichung von Eurostat enthält noch keine vollständige monatliche Branchenaufstellung, doch die treibenden Kräfte lassen sich aus den Daten des ersten Quartals und dem generellen Importanstieg klar erkennen .
Der Anstieg der Importe ist stark energiegetrieben. Das Energiedefizit der EU hatte sich über das gesamte Jahr 2025 auf 298,9 Mrd. Euro ausgeweitet, und die Kosten für Energieimporte blieben auch im ersten Quartal 2026 hoch, da die Union weiterhin hohe Preise für Flüssigerdgas (LNG) und Ölprodukte zahlen musste . Die französische Version der Eurostat-Mitteilung stellt explizit fest, dass der Defizitanstieg im April „in erster Linie auf eine Vergrößerung des Energiedefizits zurückzuführen ist“
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Das traditionelle Zugpferd der EU – der Maschinen- und Fahrzeugbausektor – verzeichnet einen regelrechten Einbruch seines Handelsüberschusses. Im ersten Quartal 2026 fiel der kombinierte Überschuss auf 27,8 Mrd. Euro, nachdem er im Vorquartal noch bei 39,8 Mrd. Euro gelegen hatte . Eurostat hatte diesen Rückgang bereits Ende 2025 signalisiert, als die Dezemberzahlen schrumpfende Überschüsse bei Maschinen, Fahrzeugen, Chemikalien und anderen Fertigwaren zeigten
. Für das Gesamtjahr 2025 fiel der Maschinenüberschuss auf 252 Mrd. Euro, verglichen mit 276 Mrd. Euro im Jahr 2024
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Das Handelsdefizit der EU mit China erreichte im April 2026 eine beispiellose Dimension von 1 Mrd. Euro pro Tag. Die monatliche Lücke betrug nach den neuesten Eurostat-Daten sogar 31,9 Mrd. Euro . Für das gesamte Jahr 2025 belief sich das EU-Defizit mit China auf 359,8 Mrd. Euro, wobei Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse sowohl die Exporte als auch die Importe dominierten
. Dieses strukturelle Ungleichgewicht zeigt keinerlei Abschwächung und belastet die Gesamtbilanz der Union erheblich.
Die USA bleiben für die EU der wichtigste bilaterale Überschusspartner – mit einem Rekordwert von 199,6 Mrd. Euro im Jahr 2025 . Eskalierende Spannungen durch US-Zölle bringen jedoch große Unsicherheit für die Exportprognosen, insbesondere für Investitionsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge und Pharmazeutika. Wenngleich Daten der US-Volkszählungsbehörde (U.S. Census Bureau) zeigen, dass die USA im April 2026 ein Warenhandelsdefizit von 8,2 Mrd. Dollar mit der EU aufwiesen – das heißt, die EU-Exporte in die USA übersteigen nach wie vor die US-Exporte in die EU –, belastet das unberechenbare handelspolitische Umfeld die Exportwettbewerbsfähigkeit Europas schwer
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Das Handelsdefizit kommt nicht von ungefähr, sondern ist eingebettet in eine Reihe schwacher Konjunktursignale, die die Sorge vor einer nachlassenden Dynamik im Euroraum verstärken.
BIP-Wachstum nahe Null: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone wuchs im ersten Quartal 2026 nur um magere 0,1 % im Vergleich zum Vorquartal, nach 0,2 % im Schlussquartal 2025 . Unter den größten Volkswirtschaften wuchs Spanien um 0,6 %, Deutschland um 0,3 %, Italien um 0,2 % und die Niederlande um 0,1 %, während die französische Wirtschaftsleistung stagnierte
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Deutschlands Handelsüberschuss schrumpft: Die deutsche Exportnation verzeichnete im April einen Handelsbilanzüberschuss von nur noch 14,3–14,5 Mrd. Euro und verfehlte damit die Erwartungen von 15 Mrd. Euro. Grund dafür war ein geringeres Exportwachstum (0,9 % gegenüber dem Vormonat) im Vergleich zu den Importen (1,2 %) . Der Auftragseingang der deutschen Industrie brach im April zudem um 3,8 % ein
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Stimmung und Beschäftigungserwartungen im Sinkflug: Der Eurostatistics-Bericht für April 2026 bestätigte einen Rückgang sowohl der wirtschaftlichen Einschätzung als auch der Beschäftigungserwartungen . Der Indikator für die Beschäftigungserwartungen fiel um 4,6 Prozentpunkte auf 91,7, der EU-weite Wert um 4,0 Punkte auf 93,2
. Der viel beachtete ZEW-Index zur Konjunkturerwartung stürzte auf minus 17,2 Punkte ab – der schwächste Wert seit Dezember 2022
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Arbeitsmarkt unter Druck: Während die Arbeitslosenquote im März 2026 mit 6,2 % noch ein Rekordtief erreicht hatte, kletterte die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl in Deutschland im April erstmals seit 2011 über die Marke von 3 Millionen .
Inflation und Vorleistungskosten: Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI) zeigte im April einen starken Anstieg der Einkaufspreise für das Verarbeitende Gewerbe, angetrieben durch Lageraufbau und geopolitisch bedingte Störungen auf den Energiemärkten . Die harmonisierte Inflationsrate Deutschlands stieg im April getrieben durch Energiekosten auf 2,9 %
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Das Minus von einer Milliarde Euro im April ist kein isolierter Ausrutscher, sondern Teil einer zunehmenden Erosion der außenwirtschaftlichen Stärke der Eurozone. Der Wirtschaftsblock schreibt ein Warenhandelsdefizit, wenn die Importe fast doppelt so schnell wachsen wie die Ausfuhren. Die klassischen Überschusssektoren verlieren an Schwung, und das größte bilaterale Defizit – jenes mit China – weitet sich immer weiter aus. Bei einem nahezu stagnierenden BIP, sich verschlechternder Stimmung und zusätzlicher handelspolitischer Unsicherheit durch die USA tritt die Eurozone zur Jahresmitte 2026 in eine äußerst fragile Handelsposition ein.