Kontext für den Leser: IC-Substrate sind die komplexen Mini-Leiterplatten, die den eigentlichen Computerchip mit dem Mainboard verbinden. Sie sind essenziell, um die Leistung von KI-Superchips nicht durch langsame Datenverbindungen auszubremsen.
Um die explodierende Nachfrage zu bedienen, hat AT&S ein Gesamtinvestitionspaket von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro (rund 1,74 bis 2,32 Milliarden US-Dollar) geschnürt . Das Geld fließt in die Kapazitätserweiterung an zwei strategisch wichtigen Standorten:
Die für die Expansion notwendigen Kapitalausgaben beziffert AT&S auf 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro . Das Unternehmen betont, dass die gesamte Investition durch die langfristigen Kundenverpflichtungen vollständig gedeckt ist
. Zusätzlich behält sich AT&S im Rahmen seiner Finanzierungsstrategie die Emission von hybriden Kapitalmarktinstrumenten (z. B. Wandelanleihen) mit einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro vor
.
Parallel zur Investitionsankündigung hob AT&S seinen Ausblick deutlich an und sendet damit ein starkes Signal in den Markt. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Konzern nun:
Das ist eine massive Verbesserung gegenüber dem Vorjahr und eine deutliche Aufhellung im Vergleich zur abgesenkten Mittelfristplanung von Ende 2024 .
Die massive Expansion in Malaysia und China ist kein planloser Aktionismus, sondern eine strategische Pflichtübung, um die Dominanz im Zukunftsmarkt KI-Hardware zu sichern. Der Bedarf an fortschrittlichen Substraten wird durch den globalen Wettlauf um KI-Infrastruktur und neue Verpackungstechnologien („Advanced Packaging“) massiv angeheizt .
Durch den Ausbau an den beiden Standorten verfolgt AT&S gleich mehrere Ziele:
Trotz der fulminanten Zukunftsperspektiven müssen sich Aktionäre bei einem Thema gedulden: der Dividende. Wie im Mai 2026 bereits angekündigt, wird AT&S für das Geschäftsjahr 2024/25 und auch für 2025/26 keine Dividende zahlen . Hintergrund ist, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025/26 auf Konzernebene trotz gestiegener Umsätze und eines positiven EBITDA einen Nettoverlust von 25,6 Millionen Euro eingefahren hat
.
CEO Michael Mertin, der seit Mai 2025 an der Spitze steht, hat klar kommuniziert, dass die Priorität auf Reinvestitionen in das massive Wachstum liegt. Er stellt eine Rückkehr zu Dividendenzahlungen erst dann in Aussicht, wenn die Profitabilität nachhaltig wiederhergestellt ist . Der erwirtschaftete Cashflow soll vorrangig in die Zukunft fließen, nicht in die Taschen der Anleger – eine Strategie, die der Markt angesichts der Aussichten vorerst zu honorieren scheint.