Die neue Variante behält das markante Uhrendesign mit der prominenten Zeitanzeige bei, verzichtet jedoch auf eine der Komplikationsreihen. Es ist weniger eine komplette Neugestaltung als vielmehr eine kluge Adaption: Der beliebte Ultra-Look wird für eine breitere Nutzerschaft zugänglich gemacht, ohne die Standard-Uhren optisch zu überfrachten .
Warum zeigte Apple dieses Zifferblatt nicht auf der WWDC? Mehrere Quellen bringen seine Premiere mit dem Herbst in Verbindung, wenn Apple traditionell seine Smartwatch-Palette auffrischt. Das Timing deutet darauf hin, dass es als Vorzeigefunktion der nächsten Apple-Watch-Generation dienen könnte – ein exklusives Feature, das Hardware-Verkäufe ankurbeln soll .
Eine der ambitioniertesten iOS-27-Funktionen, die sich Berichten zufolge in der Entwicklung befindet, ist eine bis ins Detail personalisierbare Kamera-App für Profis und Foto-Enthusiasten. Gurman hatte das Konzept bereits in einer Bloomberg-Titelstory am 28. Mai angeteasert und beschrieb eine Kamera-Oberfläche, bei der Nutzer selbst bestimmen können, welche Bedienelemente auf dem Bildschirm erscheinen und wo sie platziert werden .
Spätere Berichte haben diese Details konkretisiert: Die App wird modusabhängige Widgets unterstützen. Das bedeutet, die Steuerelemente im Porträt-Modus können sich komplett von denen im Video- oder Panorama-Modus unterscheiden – eine radikale Abkehr vom derzeitigen Einheits-Layout, das sich in den letzten iOS-Versionen kaum verändert hat .
Die Funktion wird Medienberichten zufolge für den Launch des iPhone 18 Pro zurückgehalten und soll exklusiv mit den erwarteten Kamera-Hardware-Upgrades der nächsten Pro-Generation ausgeliefert werden. Apple signalisiert damit klar: Die Kamera-App ist ein Unterscheidungsmerkmal für die teuersten Geräte, kein Feature, das sofort auf alle kompatiblen iPhones verteilt wird .
Das vielleicht folgenreichste fehlende Feature sind die sogenannten Siri Extensions – ein Framework, das iPhone-Nutzern erlauben würde, zwischen verschiedenen KI-Chatbots zu wechseln, ohne Apples eigene Oberfläche zu verlassen. Das System wurde in der iOS-27-Entwickler-Beta entdeckt, fand aber auf der WWDC-Bühne mit keiner Silbe Erwähnung .
Intern würde das Extensions-Framework KI-Apps von Anbietern wie OpenAI (ChatGPT), Google (Gemini) und Anthropic (Claude) ermöglichen, sich direkt mit Siri, den Schreibwerkzeugen und dem Image Playground zu verzahnen. Laut der Testversion sind bereits ein Einstellungsmenü und ein eigener App-Store-Bereich angelegt, jedoch auf Apples Servern noch deaktiviert . In der Beta findet sich eine interne Beschreibung des Systems: „Extensions ermöglichen es Agenten aus installierten Apps, mit Siri, der Siri-App und anderen Funktionen auf deinen Geräten zu arbeiten"
.
Das markiert eine strategische Kehrtwende für Apple. Seit iOS 18 bietet Siri zwar eine ChatGPT-Integration über eine direkte Partnerschaft mit OpenAI, doch das Extensions-Framework würde es überflüssig machen, mit jedem einzelnen KI-Anbieter individuelle Deals auszuhandeln. Nutzer müssten einfach ihre bevorzugte Chatbot-App installieren, und diese stünde systemweit als auswählbare Option zur Verfügung – eine Art offener KI-Marktplatz unter Apples Regie .
Doch warum wurde das Feature aus der Keynote gestrichen? Gurman und andere Medien verweisen auf einen Wust aus regulatorischen und kommunikativen Herausforderungen. Der Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union und die allgemeine kritische Prüfung von Big-Tech-KI-Partnerschaften haben Apple vermutlich vorsichtig werden lassen. Ein Feature zu präsentieren, das Nutzern quasi per Voreinstellung die Weitergabe von Anfragen an Google, OpenAI oder Anthropic erlaubt, könnte politische und rechtliche Risiken bergen .
Hinzu kommen Image-Überlegungen: Siri als bloße Verteilstation für Konkurrenzmodelle zu positionieren, könnte als stilles Eingeständnis gewertet werden, dass Apples eigene KI nicht wettbewerbsfähig ist – ein Narrativ, das man während einer großangelegten Siri-Neuauflage tunlichst vermeiden möchte .
Trotz der Auslassung ist die Präsenz des Frameworks in der Entwickler-Beta ein starkes Indiz dafür, dass Apple die Auslieferung weiterhin plant. Aktuelle Berichte gehen davon aus, dass das Feature noch immer auf Kurs für die öffentliche iOS-27-Version im September ist .
Keine dieser drei Funktionen wurde von Apple offiziell bestätigt, und ihre endgültige Form, Terminierung oder Verfügbarkeit könnten sich vor dem Herbst noch verschieben. Aber Gurmans Erfolgsbilanz und die handfesten Funde in der Entwickler-Beta sprechen eine deutliche Sprache: Alle drei Features sind real und befinden sich in aktiver Entwicklung.
Das Muster ist konsistent: Apple schnürt Software-Funktionen, die auf die neuen Hardware-Generationen zugeschnitten sind. Ein Zifferblatt für die neuen Watch-Modelle, ein Kamera-Relaunch als Kaufargument für das iPhone 18 Pro und ein KI-Framework, das künftig im Herzen von Siri sitzen soll – jedes von ihnen eine Geschichte für den Herbst, nicht für die Juni-Bühne.